2012 Jan Feb März Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
2011Jan Feb März Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
2010JanFebMärzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
2009JanFebMärzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
2008JanFebMärzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

Äthiopier gewinnt Peking-Marathon im Dauerregen

[25.10.2010] Nicht nur mit der klassischen Distanz von 42,195 km sondern auch mit den Ausläufern eines Taifuns hatten die Marathonläufer in Peking am Sonntag zu kämpfen. Unter den widrigen Wetterbedingungen litten die Siegzeiten bei dem hochkarätig besetzten Rennen erheblich. Der Äthiopier Gena Siraj gewann den Peking-Marathon in 2:15:45 Stunden, schnellste Frau war die Chinesin Jiali Wang mit 2:29:31.


Gena Siraj gewinnt den Peking-Marathon im strömenden Regen. Das Ziel befindet sich im alten Nationalstadion.
Foto: Veranstalter

Kurz nach dem Start wurde aus dem Nieselwetter ein andauernder, starker Regenfall. Hinzu kam, dass die Temperaturen morgens nicht stiegen sondern sanken. „Während der ersten Kilometer war es noch nicht so schlimm, aber als es kühler wurde und das Wasser der Pfützen auf die Beine spritzte, bekam ich Krämpfe und wurde langsamer“, erklärte Vorjahressieger Sammy Mugo. Der Kenianer fiel nach 35 km aus der Spitzengruppe und wurde schließlich Sechster in 2:17:49.

An der Spitze entwickelte sich ein Zweikampf zwischen Gena Siraj und dem südafrikanischen Routinier Gert Thys. Erst auf dem letzten Kilometer entschied sich das Rennen, als sich der 25-jährige Äthiopier von seinem 13 Jahre älteren Rivalen löste. Thys wurde in 2:15:56 Zweiter. Rang drei belegte mit Matthew Sigei (Kenia/2:16:01) ein Tempomacher, der im Rennen blieb.

So kalt war Gena Siraj trotz der Anstrengung, dass er im Ziel kaum sprechen konnte. „Nach 35 km dachte ich mir, dass ich gewinnen könnte“, erklärte der Sieger, der im Frühjahr bereits den Rom-Marathon in 2:08:39 gewonnen hatte. Sein Trainer, Haji Adillo Roba, sagte: „Er hatte sich sehr gut vorbereitet auf dieses Rennen und hätte bei guten Wetterbedingungen eine Zeit im Bereich zwischen 2:06 und 2:07 Stunden laufen können.“

Eine chinesische Angelegenheit war erwartungsgemäß das Frauen-Rennen. Hier lag Rong Chen lange Zeit deutlich in Führung. Doch sieben Kilometer vor dem Ziel tauchte plötzlich ihre Trainingspartnerin Jiali Wang auf und übernahm die Spitze. In 2:29:31 siegte Wang mit 15 Sekunden Vorsprung vor Chen. Dritte wurde Xiao Shu Wang (China) mit 2:30:21.

Text: race-news-service.com

seitenanfang...

Kenianischer Vierfach-Triumph bei Halbmarathon-WM

[18.10.2010] Kenias Läufer sind immer wieder für eine Überraschung gut – so auch bei den Halbmarathon-Weltmeisterschaften in Nanning. Bei den Titelkämpfen am Sonnabend in China gelang es Wilson Kiprop, den großen Favoriten Zersenay Tadese zu schlagen und damit auch dessen einmalige Siegserie zu beenden. Viermal in Folge hatte der Läufer aus Eritrea die Goldmedaille bei diesen Titelkämpfen souverän gewonnen, doch nun hieß der Sieger Wilson Kiprop. Der 23-Jährige war nach 60:07 Minuten im Ziel. Bei den Frauen setzte sich mit der Kenianerin Florence Kiplagat dagegen die Favoritin in 68:24 durch. Die Läufer aus Kenia gewannen in Nanning auch die beiden Team-Titel und erreichten damit einen Vierfach-Triumph.


Florence Kiplagat ist die neue Halbmarathon-Weltmeisterin.
Foto: www.photorun.net

Als großer Favorit war Zersenay Tadese an den Start des Männerrennens gegangen. Der 28-Jährige hatte nicht nur viermal in Folge den Halbmarathon-WM-Titel gewonnen, er war in diesem Jahr auch so schnell wie kein anderer zuvor: Im Frühjahr hatte Zersenay Tadese den Weltrekord des Kenianers Sammy Wanjiru auf 58:23 Minuten verbessert.

Entsprechend selbstbewusst begann Zersenay Tadese das Rennen bei warmen Temperaturen von knapp über 20 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von gut 60 Prozent. Der Titelverteidiger setzte sich an die Spitze des Feldes. Den 10-km-Punkt erreichte er nach 28:49 Minuten gemeinsam mit rund einem Dutzend Konkurrenten. Deutlich reduziert hatte sich die Spitzengruppe fünf Kilometer später: Am 15-km-Punkt (42:49) konnten nur noch drei Kenianer mit Zersenay Tadese Schritt halten. Neben Wilson Kiprop waren dies Silas Kipruto und Sammy Kitwara, der mit der zweitschnellsten Bestzeit an den Start gegangen war (58:58).

Knapp fünf Kilometer vor dem Ziel entwickelte sich dann der Zweikampf zwischen Titelverteidiger Tadese und Herausforderer Kiprop. Denn zunächst war Silas Kipruto und kurz darauf auch Sammy Kitwara zurückgefallen. Kurzzeitig übernahm Kiprop nun die Führung, doch Tadese reagierte sofort und setzte sich wieder an die Spitze. Doch den Kenianer wurde er nicht los. Kiprop lief clever, setzte auf einen Erfolg im Schlussspurt und wartete bis 100 Meter vor dem Ziel. Dann trat er an, ließ dem Favoriten keine Chance und siegte in 60:07 Minuten. Tadese schien geschockt, verfiel in Jogging-Tempo und überquerte mit vier Sekunden Rückstand den Zielstrich. Die Bronzemedaille sicherte sich Sammy Kitwara mit 60:22 deutlich vor Silas Kipruto und dem zeitgleichen Samuel Tsegay (Eritrea/beide 61:03). Sechster wurde mit Titus Masai ein weiterer Kenianer (61:24).

Wilson Kiprop ist der erste Kenianer seit 2004, der das Männerrennen bei der Halbmarathon-WM gewinnen konnte. Zudem sorgte er gemeinsam mit Florence Kiplagat für den ersten Doppelsieg einer Nation bei diesen Titelkämpfen seit 1999. Damals siegten die Kenianer Paul Tergat und Tegla Loroupe. „Es ist ein großer Erfolg für mich, hier Gold gewonnen zu haben und den vierfachen Gewinner geschlagen zu haben“, erklärte Wilson Kiprop gegenüber der Internetseite des internationalen Leichtathletik-Verbandes (iaaf.org). „Ich konnte mir aber nie sicher sein, denn ich wusste, dass es ein enges Rennen werden würde.“

Der Kenianer war vor eineinhalb Jahren sein Halbmarathon-Debüt in Berlin gelaufen. Damals wurde er mit 60:34 Minuten Sechster. In diesem Frühjahr rannte er sein Marathondebüt in Prag, wo er als Fünfter nach 2:09:09 im Ziel war. Über die 21,0975 km steigerte er sich dann im September als Sieger in Lille auf 59:39 Minuten. Im Sommer hatte er zweimal mit exzellenten Leistungen über 10.000 m auf sich aufmerksam gemacht: Zunächst lief er in der dünnen Höhenluft von Nairobi 27:26,93 Minuten, dann gewann er bei den Afrika-Meisterschaften in Kenias Hauptstadt mit 27:32,91. Jetzt stürmte Wilson Kiprop in Nanning zum bisher größten Erfolg seiner jungen Karriere.

Bei den Frauen war der Sieg von Florence Kiplagat keine Überraschung, obwohl die Kenianerin erst ihr zweites Rennen über die halbe Distanz lief. Die ebenfalls erst 23-jährige Gewinnerin hatte Anfang September in Lille bei ihrem Halbmarathon-Debüt auf Anhieb hochklassige 67:40 Minuten erreicht. Zuvor war Kiplagat allerdings auch schon Cross-Weltmeisterin (2009). In Nanning lief sie nun in Abwesenheit von Titelverteidigerin Mary Keitany (Kenia) in 68:24 Minuten mit zehn Sekunden Vorsprung vor Dire Tune (Äthiopien). ins Ziel. Bronze gewann Peninah Arusei (Kenia) in 69:05. Rang vier ging an Feyse Tadese (Äthiopien/69:28).

„Die Konkurrenz war stark und es war nicht einfach in diesem Klima“, sagte Florence Kiplagat. Schon bald nach dem Start hatten sich die besten Kenianerinnen und die besten Äthiopierinnen in der Spitzengruppe formiert – die stärksten Läuferinnen dieser beiden Nationen liefern sich seit Jahren harte Kämpfe über die Langstrecken auf der Bahn, im Cross und auf der Straße. An der 15-km-Marke (Durchgangszeit: 48:42 Minuten) waren noch jeweils zwei Läuferinnen übrig: Florence Kiplagat und Peninah Arusei in den kenianischen sowie Dire Tune und Feyse Tadese in den äthiopischen Trikots. Bald darauf entwickelte sich ein Zweikampf zwischen Kiplagat und Tune, den die kenianische 10.000-m-Rekordlerin (30:11,53) jedoch eindeutig zu ihren Gunsten entschied. Kiplagat wirkte stärker und löste sich schließlich kurz nach der 20-km-Marke (65:06) entscheidend. Gut zwei Wochen vor ihrem Start beim Frankfurt-Marathon war jedoch auch Dire Tune mit ihrer Leistung zufrieden. „Es war nicht einfach bei diesen Wetterbedingungen“, sagte die Äthiopierin.

Text: race-news-service.com

seitenanfang...

Wanjiru und Shobukhova triumphieren in der Hitze von Chicago, Mikitenko auf Platz fünf

[11.10.2010] Sammy Wanjiru und Liliya Shobukhova haben jeweils zum zweiten Mal in Folge den Chicago-Marathon gewonnen. Und in der World Marathon Majors (WMM)-Serie 2009-2010 ist der Jackpot dem kenianischen Marathon-Olympiasieger von Peking 2008 nur noch theoretisch zu nehmen, während der russischen London-Marathon-Siegerin dieses Jahres die 500.000-Dollar-Prämie bereits sicher ist. In einem Hitzerennen gewann Wanjiru in 2:06:24 Stunden, während Shobukhova mit 2:20:25 Stunden ihre eigene Jahresweltbestzeit unterbot, einen russischen Rekord aufstellte und zur zehntschnellsten Marathonläuferin aller Zeiten aufstieg. Gemessen an Temperaturen von am Ende rund 25 Grad Celsius sind die Siegzeiten außerordentlich stark.


Sammy Wanjiru gewann nach einem mitreißenden Rennen zum zweiten Mal in Folge in Chicago.
Foto: www.photorun.net

Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) lief in der Wärme ein zunächst zurückhaltendes Rennen, machte dann etliche Plätze gut und wurde schließlich Fünfte mit 2:26:40 Stunden. Dies ist ein ordentliches Resultat in einem sehr stark besetzten Feld für die 38-jährige deutsche Rekordlerin. Rund 45.000 Athleten hatten für den Chicago-Marathon gemeldet.

Tolles Duell im Männerrennen

Bei den Männern formierte sich bald nach dem Start eine rund achtköpfige Spitzengruppe. Neben Sammy Wanjiru liefen unter anderen der London-Marathon-Sieger Tsegaye Kebede und Deriba Merga (beide Äthiopien) in dieser Gruppe. Diese drei lagen auch in der WMM-Serie vor dem Start an der Spitze und hatten noch Chancen auf den Jackpot, wobei Wanjiru und Kebede sogar punktgleich an der Spitze der Wertung waren. Für diese zwei ging es also um wesentlich mehr als ,nur’ den Chicago-Sieg. Und entsprechend sollte sich ein ganz großes Duell zwischen dem Kenianer und dem Äthiopier entwickeln.

Als die Spitzengruppe die Halbmarathonmarke nach 62:35 Minuten erreichte, waren die Favoriten auf Kurs für einen Streckenrekord (Wanjiru hatte die Marke vor einem Jahr auf 2:05:41 Stunden verbessert), doch in der zweiten Hälfte wurde das Tempo etwas langsamer, was in erster Linie an den steigenden Temperaturen lag.

Während Kebede und Wanjiru an der Spitze das Rennen bestimmten, fiel hinter ihnen ein Mitfavorit nach dem anderen zurück. Nach rund 28 km war Robert Kiprono Cheruiyot, der im April mit einem Kursrekord beim Boston-Marathon gewonnen hatte, geschlagen. Kurz nach der 30-km-Marke (1:29:36 Stunden) konnte Deriba Merga nicht mehr mithalten. Hinter den beiden jeweils 23 Jahre alten Kebede und Wanjiru lief nun nur noch der noch drei Jahre jüngere Feyisa Lilesa. Vier Kilometer vor dem Ziel begann auch der äthiopische Youngster den Kontakt zu verlieren, denn vorne machte Tsegaye Kebede immer wieder Tempo. Auch Sammy Wanjiru bekam Schwierigkeiten und fiel ein Stück zurück. Immer wieder versuchte der Olympiasieger vergeblich die Lücke zu schließen, doch Kebede konterte alle Angriffe des Kenianers mit eigenen Tempoverschärfungen. Der London-Sieger sah wie der Sieger aus und Wanjiru schien sich fast schon damit abzufinden.

„Ich begann die Hoffnung zu verlieren, denn ich war nicht in bester Verfassung“, erklärte der Kenianer später, der im April beim London-Marathon verletzungsbedingt ausgestiegen war und längere Zeit benötigte, um wieder in Form zu kommen. In der letzten harten Trainingswoche vor dem Chicago-Marathon hatte ihn zudem ein Magen-Darm-Virus gestoppt. „Vor dem Rennen dachten wir, wenn ein zweiter oder dritter Platz herauskäme, dann wäre das ein Erfolg. Was heute passiert ist, ist für mich die größte Überraschung, die ich im Marathon bisher erlebt habe“, erklärte Wanjirus italienischer Manager Federico Rosa gegenüber der Internetseite des internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF).

Der Olympiasieger sah seine Felle zwar davonschwimmen, doch er gab nie auf und wusste, dass er die besseren Karten in einem möglichen Schlussspurt haben würde. Denn Sammy Wanjiru verfügt über eine enorme Grundschnelligkeit und war zum Beispiel Halbmarathon-Weltrekordler. Zudem läuft er gerne bei warmen Temperaturen. Bei deutlich größerer Hitze und Luftfeuchtigkeit wurde er 2008 in Peking souverän Olympiasieger in olympischer Rekordzeit von 2:06:32 Stunden. In der Wärme von Chicago schaffte es Sammy Wanjiru dann tatsächlich noch, dem Rennen kurz vor dem Ziel noch eine Wende zu geben. Er lief an Kebede heran, überholte ihn und sprintete auf den letzten paar hundert Metern unaufhaltsam davon.

Nach 2:06:24 Stunden hatte der Olympiasieger mit 19 Sekunden Vorsprung vor dem geschockten Kebede (2:06:43) gewonnen, der sich einmal mehr Wanjiru geschlagen geben musste und zudem sicher auch den WMM-Jackpot verloren hat. Die halbe Dollar-Million könnte er nur noch verdienen, wenn er nun den New York-Marathon am 7. November gewinnen würde. Angeblich überlegt der Äthiopier sogar, kurzfristig dort zu starten, doch damit ist nicht zu rechnen.

Durch ihr mitreißendes Duell hatten Wanjiru und Kebede ihren Vorsprung im letzten Teil des Rennens stark vergrößert. Mit deutlichem Abstand kam Feyisa Lilesa als Dritter nach 2:08:10 Stunden ins Ziel. Drei weitere Athleten blieben unter 2:10 – Wesley Korir (2:08:44), Vincent Kipruto (2:09:08) und Robert Kiprono Cheruiyot (alle Kenia/2:09:28).

Shobukhova siegt letztlich souverän

Letztlich souverän setzte sich im Rennen der Frauen Liliya Shobukhova durch. Die Russin hat nunmehr drei große Marathonläufe in Folge gewonnen: Chicago 2009, London 2010 und jetzt erneut Chicago. Die 32-Jährige, die zurzeit als eine große Favoritin auf Olympia-Gold 2012 angesehen werden muss, ging dabei nicht das sehr schnelle Anfangstempo der Äthiopierinnen mit. Als Atsede Baysa und Mamitu Daska die Halbmarathonmarke nach 69:45 Minuten erreicht hatten, lief Liliya Shobukhova mit etwa 100 Metern Rückstand hinter den beiden her.

Während die Dubai-Marathon-Siegerin Daska bald darauf deutlich zurückfallen sollte, baute Baysa, die im April den Paris-Marathon in 2:22:04 gewonnen hatte, ihren Vorsprung zunächst noch aus. Knapp eine halbe Minute lag sie nach 30 km vor Shobukhova. Doch je länger das Rennen dauerte, desto mehr litt die Äthiopierin unter der Wärme. „Meine Form war gut, aber es war zu heiß“, sagte Atsede Baysa später. Sie wurde immer langsamer und die sehr konstant laufende Liliya Shobukhova kam immer dichter heran. „Es war keine Überraschung für mich, dass die Äthiopierinnen langsamer wurden – ich fühlte mich immer in Kontrolle des Rennens“, sagte Liliya Shobukhova, die ebenso wie Sammy Wanjiru 125.000 Dollar für den Sieg erhielt.

Etwa an der 34-km-Marke holte die Russin die führende Äthiopierin ein und übernahm sofort die Führung. Der Sieg war ihr sicher, doch Liliya Shobukhova kämpfte noch um einen Rekord: Ihre Landsfrau und Trainingspartnerin Galina Bogomolova war 2006 als Zweite in Chicago russischen Landesrekord gelaufen (2:20:47). Mit 2:20:25 unterbot Liliya Shobukhova diese Marke schließlich um 22 Sekunden und lief die schnellste Zeit im Frauen-Marathon seit Irina Mikitenko 2008 (2:19:19 in Berlin). Zweite wurde Atsede Baysa in 2:23:40, Rang drei belegte die Russin Maria Konovalova (2:23:50), die sich in ihrem zweiten Marathon um fast zwölf Minuten steigerte.

Hinter Desiree Davila (USA/2:26:20) und vor Mamitu Daska (2:28:29) kam Irina Mikitenko auf Platz fünf mit 2:26:40. Die deutsche WMM-Siegerin der vergangenen zwei Jahre fühlte sich nach einer schweren Erkältung in der Vorbereitung auf das Rennen im September nicht stark genug, um ganz vorne mitzulaufen. „Eine erste Hälfte von 70 Minuten konnte ich nicht laufen. Deswegen habe ich mich bewusst zurückgehalten“, erklärte Irina Mikitenko. „Allerdings musste ich dadurch durchweg alleine laufen und in der zweiten Hälfte des Rennens wurde es richtig warm.“ Dennoch gelang es der zweifachen London-Marathon-Siegerin (2008 und 2009) ein recht gleichmäßiges Tempo zu laufen – die erste Hälfte hatte sie in 73:06 Minuten absolviert, im zweiten Abschnitt überholte sie eine Reihe von Konkurrentinnen.

Zufrieden war Irina Mikitenko in einer ersten Reaktion nicht – „2:26 Stunden sind nichts und der fünfte Platz ist auch nichts“ –, doch sie will daraus Motivation für die kommenden Rennen ziehen. Angesichts der sehr starken Konkurrenz, einer nicht idealen Vorbereitung und hohen Temperaturen, die ihr nicht liegen, hat sich Irina Mikitenko in Chicago achtbar geschlagen.

Text: race-news-service.com

seitenanfang...

Katharina Heinig und Simret Restle siegen in Köln, Jan Fitschen über die halbe Distanz Dritter

[04.10.2010] Katharina Heinig und Francis Kipkoech haben am Sonntag den Köln-Marathon gewonnen. Die Tochter der frühere Weltklasse-Marathonläuferin Katrin Heinig war nach 2:46:05 Stunden im Ziel, der Kenianer siegte in 2:14:15. Für die beste Leistung aus deutscher Sicht sorgte jedoch Simret Restle (PSV Grün-Weiß Kassel), die den parallel veranstalteten Halbmarathon in 1:12:56 Stunden gewann. Hier war Leonard Langat (Kenia/63:00 Minuten) der Schnellste. Der Köln-Marathon hatte sich in diesem Jahr hauptsächlich auf deutsche Läufer konzentriert und erlebte damit erwartungsgemäß einen spitzensportlichen Absturz. Alle Wettbewerbe – auch Inline-Skating und Handbiking – zusammengezählt, hatten über 25.000 Athleten gemeldet.


Jan Fitschen auf dem Weg zum Marathon? Am Sonntag wurde er Dritter beim Kölner Halbmarathon.
Foto: www.photorun.net

Francis Kipkoech lief ein einsames Rennen an der Spitze. Bereits an der Halbmarathonmarke (68:29 Minuten) hatte er einen Vorsprung von rund zwei Minuten. Im Ziel lag er mit 2:14:15 Stunden fast eine Viertelstunde vor Ulrich Steidl (SSC Hanau-Rodenbach/2:27:33) und René Hauser (Schweiz/2:28:14).

Katharina Heinig lief ebenso konkurrenzlos durch Köln. Nach einer Halbmarathonzeit von 1:22:06 Stunden war sie mit einer persönlichen Bestzeit von 2:46:05 vor zwei Landsfrauen im Ziel: Unter drei Stunden blieb Kerstin Steg (LAC Quelle Fürth/2:59:49), Dritte wurde Tanja Hooß (LTF Marpingen) 3:02:35. Es war allerdings doch kein Marathondebüt von Katharina Heinig, wie irrtümlich vom Veranstalter vermeldet. Mindestens einmal zuvor ist die inzwischen 21-Jährige nach Recherchen der Fachzeitschrift ,Leichtathletik’ bereits über die 42,195 km gelaufen. Vor einem Jahr war sie dabei in München mit 2:59:21 Stunden Fünfte.

Eine klare Angelegenheit war das Halbmarathonrennen für Leonard Langat (Kenia), der mit 63:00 Minuten gute zwei Minuten Vorsprung hatte auf seinen Landsmann Collins Kibet (65:08). Bei seinem ersten ernsthaften Halbmarathon wurde Jan Fitschen (TV Wattenscheid) Dritter. Mit 65:19 Minuten platziert er sich damit auch auf Rang drei der deutschen Jahresbestenliste hinter Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen/63:56) und Stefan Koch (LG Braunschweig/64:51). Ursprüngliches Ziel von Jan Fitschen war ein Ergebnis von etwa 64 Minuten. Im kommenden Jahr plant der 10.000-m-Europameister von 2006 sein Marathondebüt.

Gemessen an den Kölner Resultaten könnte Simret Restle (PSV Grün-Weiß Kassel) eine neue Perspektive für den Marathon sein. Sie gewann den Halbmarathon trotz Krämpfen in 1:12:56 Stunden vor der Juniorin Mary Naali (1:14:28) und Veronica Cheboi (beide Kenia/1:14:29). Nur eine deutsche Läuferin war in diesem Jahr bisher schneller als Simret Restle über die 21,0975 km: Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon) lief in Berlin im Frühjahr 69:57 Minuten.

Text: race-news-service.com

seitenanfang...