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Daba rennt trotz Toilettenpause Kursrekord in Houston

[31.01.2011] Ein äthiopischer Newcomer sorgte beim Houston-Marathon für eine famose Leistung: Der erst 22-jährige Bekana Daba lief am Sonntag seinen zweiten Marathon, musste kurz vor dem Ziel eine Toilettenpause einlegen und gewann trotzdem noch mit einer Kursrekordzeit von 2:07:04 Stunden. Auch bei den Frauen setzte sich eine Äthiopierin durch: Mamitu Daska siegte in 2:26:33. Mit diesen Ergebnissen setzte der Houston-Marathon seine gute Serie von Siegzeiten der letzten Jahre fort. Bei den Männern erzielte Bekana Daba die schnellste bisher in diesem Jahr gelaufene Zeit.


Bekana Daba gewinnt den Houston-Marathon mit einem Streckenrekord.
Foto: photorun.net

Bekana Daba, der mit einer 5.000-m-Bestzeit von unter 13:00 Minuten über eine hervorragende Grundschnelligkeit verfügt, war erst im vergangenen Oktober sein Marathondebüt gelaufen. Damals lief er zweitklassige 2:14:40 Stunden. Doch dreieinhalb Monate später zeigte Bekana Daba nun, dass mit ihm über die klassische Distanz zu rechnen ist.

Eine sechsköpfige Spitzengruppe hatte die Halbmarathonmarke in Houston nach 64:17 Minuten erreicht. Nach 25 km setzte sich dann Bekana Daba zusammen mit dem Kenianer Wilfred Murgor ab. Doch lange konnte Murgor das nun deutlich flottere Tempo nicht halten. Nach einem 5-km-Abschnitt von 14:22 Minuten war der Kenianer bald nach der 30-km-Marke geschlagen. Daba strebte einem sicheren Sieg entgegen und einer Zeit von unter 2:07 Stunden, die in Houston einmalig gewesen wäre. Doch dann musste er so dringend auf die Toilette, dass er das Rennen rund eine Meile vor dem Ziel unterbrach. Bekana Daba hatte allerdings zu diesem Zeitpunkt einen derart großen Vorsprung, dass er es sich leisten konnte, in einem Toilettenhäuschen zu verschwinden.

Zwar verpasste Daba dadurch die erhoffte Zeit von unter 2:07 Stunden, doch mit 2:07:04 stellte er trotzdem noch einen Kursrekord auf. Die bisherige Streckenbestzeit war sein Landsmann Teshome Gelana mit 2:07:37 Stunden erst vor einem Jahr gelaufen. Damit fiel bei den Männern in Houston zum dritten Mal in Folge der Kursrekord. Platz zwei ging überraschend an den US-Amerikaner Nick Arciniaga, der mit großem Rückstand hinter dem Sieger in 2:11:30 vor Wilfred Murgor das Ziel erreichte.

Bei teilweise starkem Regen und hoher Luftfeuchtigkeit entwickelte sich bei den Frauen ein Zweikampf zweier Äthiopierinnen. Mamitu Daska und Ashu Kasim kämpften um die Siegprämie von 35.000 US-Dollar, nachdem ein männlicher Pacemaker kurz nach der 30-km-Marke aus dem Rennen gegangen war. Am Ende hatte Mamitu Daska das bessere Stehvermögen und gewann in 2:26:33 vor Ashu Kasim (2:27:47). Dritte wurde Stephanie Rothstein (USA) in 2:29:35.

Text: race-news-service.com

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David Barmasai in Dubai wie im ,Märchen aus 1001 Nacht’

[24.01.2011] Drei Jahre in Folge hatte Haile Gebrselassie den Dubai-Marathon dominiert. Am Freitagmorgen wurde nun ein Außenseiter aus Kenia zum Nachfolger des Äthiopiers, der dieses Mal nicht am Start war und stattdessen Ende Februar in Tokio Marathon laufen wird. David Barmasai heißt der Sieger des Standard Chartered Dubai-Marathons 2011. Der erst 22-jährige Kenianer muss sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten vorkommen wie im ,Märchen aus 1001 Nacht’, denn zum ersten Mal in seiner jungen Karriere startete er außerhalb Kenias. Dabei landete er auf Anhieb den ,Marathon-Jackpot’, denn bei keinem anderen Rennen über die klassische Distanz gibt es ein derart hohes Sieggeld zu gewinnen: Mit 250.000 Dollar fliegt David Barmasai zurück nach Kenia. Mit dieser Summe hat er in seiner Heimat praktisch ausgesorgt.


David Barmasai auf dem Weg zu einem Überraschungssieg in Dubai.
Foto: photorun.net

Mit 2:07:18 Stunden erzielte David Barmasai auf der superflachen Strecke von Dubai zwar eine erstklassige Zeit, jedoch war das Ergebnis bei weitem nicht so schnell wie die Zeiten der vergangenen Jahre. Schnellste Frau war bei warmen Temperaturen von 21 Grad Celsius und einem zeitweiligen Gegenwind die 25-jährige Äthiopierin Aselefech Mergia. Zwei Tage vor ihrem 26. Geburtstag lief sie sehr gute 2:22:45 Stunden und sicherte sich damit ebenfalls eine Prämie von einer Viertelmillion US-Dollar.

Im Männerrennen schlugen die ,Hasen’ zunächst ein Tempo ein, das im Bereich von Haile Gebrselassies Weltrekord (2:03:59 Stunden) lag. Doch die 20-köpfige Spitzengruppe verlor schnell an Fahrt und als die Halbmarathonmarke nach 62:46 Minuten erreicht wurde, hatte sich die Anzahl der Läufer in der ersten Gruppe bereits fast halbiert. Bald darauf rannten nur noch zwei Athleten hinter dem letzten verbliebenen Tempomacher Stephen Kibet: Der favorisierte Eliud Kiptanui und sein Landsmann David Barmasai. Nachdem Kibet an der 30-km-Marke ausgestiegen war und Kiptanui sich mit einer Tempoverschärfung abgesetzt hatte, schien das Rennen zugunsten des 21-jährigen Prag-Marathon-Siegers von 2010 (Bestzeit: 2:05:39 Stunden) entschieden. Doch plötzlich fasste sich der kenianische Shooting-Star an die Seite. Nachdem ihn David Barmasai überholt hatte, beendete Kiptanui das Rennen vorzeitig.

„Ich hatte nicht erwartet, hier zu gewinnen. Mein Ziel war eine Platzierung unter den ersten zehn Läufern. Deswegen hatte ich mich zunächst auch hinter der Spitzengruppe einsortiert“, erzählte David Barmasai, der in Dubai erst seinen dritten Marathon lief. Seine Bestzeit von 2:10:31 Stunden datierte aus dem vergangenen Oktober. Damals gewann er den Nairobi-Marathon in leistungsmindernder Höhenluft.

„Ich hatte Respekt vor Eliud Kiptanui und war überrascht, als ich ihn überholte. Ich dachte, er würde den Rückstand wieder aufholen und mich am Ende überholen. Deswegen schaute ich mich immer wieder um, aber er war nirgendwo zu sehen“, sagte David Barmasai, der in der Schlussphase des Rennens deutlich an Tempo verlor. „Nach 35 km war der Gegenwind sehr störend.“ Doch sein Vorsprung war groß genug, so dass der am Ende schneller laufende Evans Cheruiyot ihn nicht mehr einholen konnte. Der Kenianer wurde schließlich in 2:08:17 Stunden Zweiter. Zum dritten Mal in Folge Dritter wurde in Dubai Eshetu Wendimu (Äthiopien), der nach 2:08:54 im Ziel war. Auch die nächsten drei Läufer blieben noch unter 2:10 Stunden: Deressa Chimsa (Äthiopien) wurde Vierter in 2:09:08, gefolgt von Stephen Kosgei (Kenia/2:09:27) und Berhanu Bekele (Äthiopien/2:09:54).


Aselefech Mergia gewinnt in Dubai.
Foto: photorun.net

Während bei den Männern der Kursrekord von Haile Gebrselassie (2:04:53 Stunden) außer Reichweite war, war dies bei den Frauen anders. Bis kurz vor dem Ziel war die Marke von 2:22:42 Stunden, die Berhane Adere (Äthiopien) 2008 aufgestellt hatte, noch erreichbar. Doch am Ende verfehlte Aselefech Mergia den Streckenrekord um drei Sekunden und ihre eigene Bestzeit um fünf. Die äthiopische Marathon-WM-Dritte von Berlin 2009 konnte sich aber mit dem Sieg und dem enormen Preisgeld trösten.

„Nach dem WM-Rennen in Berlin hatte ich immer wieder Probleme mit meiner Beinmuskulatur“, erklärte Aselefech Mergia, die auch in Dubai im Ziel unter Krämpfen im linken Bein litt. Ohne diese Probleme wäre sie dicht an die 2:20-Stunden-Marke herangekommen, sagte die Äthiopierin, die am Freitag erst ihren vierten Marathon lief. Immerhin war sie stark genug, um die Kenianerin Lydia Cheromei hinter sich zu lassen. Erst zwei Kilometer vor dem Ziel setzte sich Mergia von ihrer Konkurrentin ab. „Aber erst einen Kilometer später war ich mir sicher, dass ich gewinnen würde“, sagte Aselefech Mergia. Die 33-jährige Lydia Cheromei, die vor 20 Jahren als Junioren-Weltmeisterin im Cross als Jugendliche für Aufsehen gesorgt hatte, lief als Zweite eine persönliche Bestzeit von 2:23:01 Stunden. Dritte wurde die aus Kenia stammende Schwedin Isabella Andersson, die den Landesrekord auf 2:23:40 verbesserte. Rang vier belegte Atsede Habtamu (Äthiopien) in 2:24:26, gefolgt von ihrer Landsfrau Atsede Bayisa (2:25:08) sowie Diana Chepkemoi (Kenia/2:26:53).

Text: race-news-service.com

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Äthiopier brechen Kursrekorde in Mumbai - Nach 33 km im Ziel beim Mumbai-Marathon

[17.01.2011] Mit den schnellsten Zeiten, die je auf indischem Boden gelaufen wurden, haben die beiden Äthiopier Girma Assefa und Koren Yal am Sonntag den Mumbai-Marathon gewonnen. Kühlere Witterungsbedingungen als gewöhnlich zu dieser Zeit in Mumbai begünstigten die Kursrekorde. Girma Assefa war nach 2:09:54 Stunden im Ziel und durchbrach als erster Läufer beim Mumbai-Marathon die 2:10-Marke. Koren Yal erreichte mit 2:26:56 die erste Zeit unter 2:30 Stunden bei diesem Rennen.


Auf dem Weg zum Sieg beim Mumbai-Marathon erfrischt sich der Äthiopier Girma Assefa (vorne).
Foto: photorun.net

Erst auf dem letzten Kilometer des Männerrennens fiel die Entscheidung. Kurz vor dem Ziel setzte sich Girma Assefa von seinen beiden Konkurrenten ab und gewann. Für den 26-jährigen Äthiopier war es der größte Erfolg seiner bisherigen Karriere. Ursprünglich ein guter Crossläufer (Platz fünf bei der Cross-WM der Junioren im Jahr 2003), erreichte er dann beim Berlin-Marathon 2009 einen beachtlichen sechsten Platz in 2:09:58 Stunden. Diese persönliche Bestzeit steigerte Girma Assefa jetzt um vier Sekunden. Knappe drei Sekunden betrug sein Vorsprung auf seinen zweitplatzierten Landsmann Botoru Tsegaye Wolde (2:09:57). Dritter wurde der Kenianer Patrick Muriuki mit 2:10:00. Die ersten sieben Läufer blieben jeweils noch unter dem bisherigen Streckenrekord von 2:11:51 Stunden.

Eine rein äthiopische Angelegenheit war der Kampf um die ersten Plätze im Frauenrennen, das am Ende noch spannender war als jenes der Männer. Denn erst im Schlusssprint setzte sich Koren Yal in 2:26:56 Stunden mit nur einer Sekunde Vorsprung vor ihrer Landsfrau Merima Mohammed Hasen durch. Auch die drittplatzierte Äthiopierin Elfenesh Alemu blieb mit 2:29:04 noch unter der 2:30-Marke. Der bisherige Kursrekord stand bei 2:30:03 Stunden. Für Koren Yal, die für ihren Sieg wie auch ihr Landsmann Assefa 36.000 US-Dollar erhielt, war es zwei Tage vor ihrem 24. Geburtstag ebenfalls der größte Erfolg ihrer Karriere.

Nach 33 km im Ziel beim Mumbai-Marathon


Waheeda Khan läuft nach einer Abkürzung ins Ziel des Mumbai-Marathons. Später wird die Inderin disqualifiziert.
Foto: photorun.net

Die vermeintlich schnellsten indischen Läuferinnen waren beim Mumbai-Marathon nach nur 33 Kilometern im Ziel! Damit hatten Waheeda Khan und Vidya Mehta im Vergleich zur korrekten Streckenlänge von 42,195 km gut 9 km weniger absolviert. Zwar waren sie mit Zeiten von knapp über 2:45 Stunden trotzdem noch deutlich langsamer als die Siegerin Koren Yal (Äthiopien), die nach 2:26:56 im Ziel war, aber ihre Ergebnisse reichten, um in der nationalen Wertung die Plätze eins und zwei zu belegen und damit Preisgelder zu gewinnen. Für die schnellsten indischen Läufer waren 6000 US-Dollar ausgeschrieben.

Doch zur Auszahlung kam es nicht, denn der Schwindel flog auf. Wie die Zeitung ,The Times of India’ berichtet, wurden die Konkurrentinnen im Ziel von den Ergebnissen überrascht, protestierten und erklärten, dass sie auf der Strecke weder von Waheeda Khan noch von Vidya Mehta überholt worden waren. Eine Überprüfung der Zeitmess-Chips der zwei Läuferinnen ergab dann, dass keine von ihnen die Matte am 24-km-Punkt überlaufen hatte. Nach einer viereinhalbstündigen Verzögerung stand dann schließlich die wirkliche Siegerin der indischen Wertung fest: Jyoti Gawate war in 3:05:30 Stunden die schnellste einheimische Läuferin vor Shastri Devi (3:08:15). Kahn und Mehta wurden disqualifiziert.

Wie die Veranstalter des Mumbai-Marathons, der als ,Gold Label Race’ des internationalen Leichtathletik-Verbandes IAAF zur höchsten Kategorie der Straßenrennen zählt, mitteilten, gaben Waheeda Khan und Vidya Mehta zu, einen Fehler gemacht zu haben. Sie erklärten, dass sie versehentlich eine falsche Route gelaufen seien und dann auf die Halbmarathonstrecke gelangten. Angeblich soll zumindest eine der beiden aber nicht nur abgekürzt haben sondern zusätzlich auch noch auf einem Fahrrad gesichtet worden sein.

Text: race-news-service.com

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Kipchoge und Masai beeindrucken im verschneiten Edinburgh

[10.01.2011] Außergewöhnliche Leistungen zeigten die Kenianer Eliud Kipchoge und Edith Masai, die am Sonnabend beim ,Bupa Great Edinburgh International Cross Country’-Rennen die Einzelrennen dominierten und zum Sieg stürmten. Das hochkarätigste Cross-Meeting des Jahres fand vor rund 3.500 Zuschauern bei herrlichem Winterwetter mit Neuschnee und Sonnenschein auf dem schweren Kurs durch den Holyrood Park statt. Trotz der für die Afrikaner ungewohnten Bedingungen belegten Athleten aus Kenia und Äthiopien jeweils die ersten drei Ränge in den Einzelwettbewerben. Im erstmals veranstalteten Team-Rennen war der Brite Mo Farah der schnellste Läufer, doch die Mannschaftswertung entschieden die favorisierten Europäer vor den USA und Großbritannien für sich.


Winterliche Bedingungen herrschten beim Cross in Edinburgh - hier kurz nach dem Start der Team Challenge.
Foto: photorun.net

Wenn es eine Wertung ,Athlet der Veranstaltung’ geben würde, dann hätte diese wohl Eliud Kipchoge gewonnen. Zum ersten Mal hatten die Veranstalter das 4,2-km-Rennen auch für internationale Läufer geöffnet. Aufgrund der kürzeren Distanz waren etliche sehr schnelle Mittelstreckler sowie der 3.000-m-Hindernis-Olympiasieger am Start. Aber es war Eliud Kipchoge, der das Rennen vom Start weg überraschend dominierte. Der 26-jährige Kenianer – über 5.000 m Weltmeister 2003 und Olympia-Zweiter 2008 – ging praktisch vom Start weg an die Spitze und nach der ersten Hälfte waren noch vier Athleten hinter ihm in der Führungsgruppe: Sein Trainingspartner Brimin Kipruto, der Hindernis-Olympiasieger, der Brite Steve Vernon, der ein starkes Rennen zeigte, sowie der 1.500-m-Olympiasieger Asbel Kiprop (Kenia) und Tom Lancashire (Großbritannien).

Auf einem steilen Anstieg machte Eliud Kipchoge dann entscheidend Druck und riss damit die Gruppe auseinander. Als er den Hügel wieder hinunterlief hatte er einige Meter Vorsprung vor Asbel Kiprop, der wiederum von Brimin Kipruto verfolgt wurde. Vernon und Lancashire lagen noch ein Stück weiter hinten. Doch keiner von ihnen hatte an diesem Tag eine Chance gegen Eliud Kipchoge. Als er nach 13:12 Minuten ins Ziel lief, hatte er einen komfortablen Vorsprung von sechs Sekunden auf Asbel Kiprop. Brimin Kipruto wurde in 13:19 Dritter, Steve Vernon belegte Rang vier (13:21) vor Tom Lancashire (13:29) und dem 1.500-m-Europameister Arturo Casado (Spanien/13:37).

„Ich hatte erwartet, dass ich ein gutes Rennen laufen würde, denn ich hatte gut trainiert. Das ist ein gutes Zeichen für das neue Jahr“, erklärte Eliud Kipchoge, dessen Plan es war, von Beginn an ein schnelles Tempo einzuschlagen. Das allerdings lag nicht nur daran, dass einige spurtstarke Mittelstreckler im Feld waren. „Ich nehme immer alle Konkurrenten ernst – die Kenianer genauso wie die besten Europäer“, sagte der Sieger. „Es war heute eine besondere Herausforderung, denn auf Schnee können wir in Kenia natürlich nie trainieren“, fügte Kipchoge hinzu, der 2005 den ersten 8-km-Crosslauf in Edinburgh gewonnen hatte und nun auch beim ersten 4-km-Rennen in Schottland vorne war. Der Kenianer will sich jetzt auf zwei Hallenrennen im Februar vorbereiten – in Stuttgart wird er über 3.000 m antreten, voraussichtlich in Düsseldorf folgt dann ein 5.000-m-Lauf – und danach entscheiden, ob er bei den kenianischen Ausscheidungen für die Cross-WM an den Start gehen wird. „Das große Ziel ist der WM-Endlauf über 5.000 Meter im Sommer.“

Eine Marathonläuferin sorgte überraschenderweise lange Zeit für das Tempo im Frauenrennen über 5,7 km. Der Spanierin Allessandra Aguilar konnten zunächst nur vier Läuferinnen folgen: Kenias Favoritinnen Linet Masai und Vivian Cheruiyot – die Weltmeisterinnen über 10.000 und 5.000 m – sowie Genzebe Dibaba (die jüngere Schwester der Doppel-Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba) und die Britin Hattie Dean. Aber nach ungefähr der Hälfte der Strecke hatten auch die britischen Youngster Charlotte Purdue und Stephanie Twell aufgeschlossen. Sie hatten sich mit einem gleichmäßigen Tempo an die Führungsgruppe heran gearbeitet. Doch lange konnten sie nicht ganz vorne mithalten.


Eliud Kipchoge war der Sieger über 4,2 km.
Foto: photorun.net

Denn nach 4 km startete Linet Masai eine Tempoverschärfung und zog davon. Als es in die letzte Runde ging, hatte sie einen guten Vorsprung, der ständig größer wurde. Hinter ihr schloss Dibaba zu Cheruiyot auf. Es war dann schließlich die Äthiopierin, die den Kampf um Platz zwei gewann. Hinter Masai (20:24 Minuten) lief Dibaba nach 20:32 mit vier Sekunden Vorsprung vor Cheruiyot ins Ziel. Die große Überraschung des Rennens war jedoch die viertplatzierte Charlotte Purdue. Die 19-jährige Crosslauf-Junioren-Europameisterin zeigte eine famose Leistung und ließ in 20:49 sowohl Dien (21:00) als auch Aguilar (21:24) und Twell (21:38) hinter sich. Während es nicht der Tag der Cross-Europameisterin Jessica Augusto war – die Portugiesin wurde 14. in 22:23 –, konnte Kenias Commonwealth-Siegerin über 3.000-m-Hindernis, Milcah Chemos, krankheitsbedingt nicht antreten.

“Es war schwer auf Schnee zu rennen, denn das bin ich nicht gewohnt. Da zudem die Konkurrenz sehr stark war, war ich vor dem Start nicht so zuversichtlich“, erklärte Linet Masai und fügte hinzu: „Jetzt will ich endlich auch bei den Crosslauf-Weltmeisterschaften im März gewinnen, denn zuletzt war ich dort zweimal in Folge Zweite.“

Mo Farah war zwar der schnellste Läufer bei der Premiere der ,Team Challenge’, doch für seine britische Mannschaft reichte es trotzdem nur zu Rang drei. Mit jeweils neun Athleten waren die Briten, US-Amerikaner und eine europäische Auswahl sowie ein britisches Nachwuchsteam an den Start gegangen. Die jeweils besten sechs kamen in die Wertung. Europa hatte am Ende 50 Zähler und lag damit knapp vor den starken Amerikanern (53), Großbritannien (69) sowie den Nachwuchsathleten (164).

Nach einem eher verhaltenen Start in diesem Rennen über 8,2 km formierten rund ein Dutzend Athleten eine erste Spitzengruppe. Es war dann der Kapitän der US-Mannschaft, Galen Rupp, der das Tempo verschärfte. Der Cross-Europameister Serhiy Lebid (Ukraine), Mo Farah, der bei der Cross-EM im Dezember nicht am Start gewesen war, und der spanische EM-Zweite Ayad Lamdassam folgten dem Amerikaner. „Ich hatte mir vorgenommen, etwas vorsichtiger anzugehen und dabei Serhiy Lebid und die anderen im Blick zu haben“, erklärte Mo Farah später. Der britische Doppel-Europameister von Barcelona 2010 (5.000 und 10.000 m) löste sich dann vorentscheidend von seinen Konkurrenten, indem er über den Anstieg hinweg stark auf das Tempo drückte. Eingangs der letzten Runde lag er dann einige Meter vor Rupp, Lamdassam und Lebid. An dieser Reihenfolge änderte sich nichts mehr, die Abstände wurden allerdings noch größer. Schließlich war Mo Farah nach 25:41 im Ziel vor Rupp (25:50), Lamdassam (25:55) und Lebid (26:00).

„Das war heute ein extremer Unterschied zu meinem Trainingslager vor kurzem in Kenia. In Iten lief ich auf gut 2.500 Metern Höhe, hier rannte ich auf Schnee und rutschigem Untergrund – ich würde sagen, die unterschiedlichen Bedingungen sind in etwa gleich schwer“, sagte Mo Farah, der nun im Februar beim Hallen-Meeting in Birmingham entweder über 3.000 oder über 5.000 m antreten will. Danach will der Brite entscheiden, ob er bei der Hallen-EM seinen Titel über 3.000 m zu verteidigen versucht oder sich auf die Cross-WM vorbereitet.

Text: race-news-service.com

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Tadese und Augusto gewinnen weltgrößten Silvesterlauf in Madrid

[03.01.2011] Der größte Silvesterlauf der Welt fand mit 35.000 Teilnehmern in Madrid statt. Doch auch qualitativ überzeugte das 10-km-Rennen durch Spaniens Hauptstadt einmal mehr. Am Freitagabend waren die Weltklasseläufer Zersenay Tadese (Eritrea) und Jessica Augusto (Portugal) die Sieger.


Zersenay Tadese war der schnellste unter 35.000 Läufern in Madrid.
Foto: photorun.net

Zunächst war es Zersenay Tadese, der kurz nach der 5-km-Marke (14:12 Minuten) an die Spitze ging und mit einer Tempoverschärfung die Führungsgruppe auseinander riss. Einer nach dem anderen verlor den Kontakt, doch der aus Marokko stammende Spanier Ayad Lamdassem hielt Schritt mit dem viermaligen Halbmarathon-Weltmeister. Überraschend war es dann Lamdassem, der sich nach etwa 8,4 km lösen konnte und schon wie der sichere Sieger aussah. Doch dann machte der Spanier einen entscheidenden Fehler, indem er 600 Meter vor dem Ziel eine Abbiegung verfehlte und stattdessen geradeaus weiterlief. Nachdem er dies bemerkt hatte und zurückgelaufen war, hatte Tadese ihn eingeholt. Fast schien es als könnte Lamdassem dem Favoriten ein zweites Mal davonlaufen, doch dieses Mal konterte der WM-Zweite von Berlin 2009 über 10.000 m. Als Tadese dann seinerseits Lamdassem überholte, gab sich der Spanier geschlagen und verfiel auf den letzten 300 Metern in Joggingtempo. Tadese gewann das Rennen in 28:27 Minuten vor vier Spaniern: Ayad Lamdassem (28:36), Jesus Espana (28:40), Chema Martinez (28:49) und Sergio Sanchez (28:53).

Der Kampf um die ersten Plätze war im Frauenrennen eine rein iberische Angelegenheit. Dabei dominierte Jessica Augusto das Geschehen an der Spitze nach Belieben. Die aktuelle portugiesische Crosslauf-Europameisterin rannte von Beginn an ihr eigenes Tempo und vergrößerte ihren Vorsprung ständig. Schließlich war Jessica Augusto nach 31:59 Minuten im Ziel. Die spanische 1.500-m-Europameisterin Nuria Fernandez belegte mit 32:54 Rang zwei vor ihrer Landsfrau Maria José Pueyo (33:19). Als beste nicht-iberische Läuferin kam die World Marathon Majors (WMM)-Siegerin Liliya Shobukhova (Russland/34:48), die 2010 sowohl den London- als auch den Chicago-Marathon gewonnen hatte, auf Platz sieben.

Text: race-news-service.com

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