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André Pollmächer auf gutem Weg in Paderborn
[25.04.2011] Weder André Pollmächer noch Christian Glatting oder Last Minute-Nachmeldung Sabrina Mockenhaupt konnten beim 65. Paderborner Osterlauf die läuferische Demonstration der kenianischen Langstreckengarde verhindern. Im mit über 3300 Startern qualitativ und quantitativ vorzüglich besetzten 10-km-Lauf gewann der Kenianer Titus Mbishei nach einem spannenden Rennverlauf in 28:05 Minuten vor dem ugandischen Junioren-Cross-Vizeweltmeister Thomas Ayeko und acht Landsleuten. André Pollmächer (Rhein-Marathon Düsseldorf e.V.) wurde als bester Europäer Elfter in 29:26. Bei den Frauen gewann Doris Changeywo (Kenia) in 32:03, Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg) wurde hinter den beiden Kenianerinnen Esther Chemtai und Emily Chebet Vierte in 32:43 Minuten.

André Pollmächer zeigte eine Woche nach seinem Sieg bei den Deutschen Halbmarathonmeisterschaften auch in Paderborn ansprechende Form.
©photorun.net
„Puh, das war anstrengend. Aber das ist genau das, was ich jetzt brauche“, wertete Sabrina Mockenhaupt ihr 10-km-Rennen beim Paderborner Osterlauf. „Unter den Bedingungen kann ich mit dem Ergebnis zufrieden sein. Vor allem, weil ich am Schluss noch einige Kenianerinnen einsammeln konnte.“ Kontrolliert laufen, das wollte die neben Irina Mikitenko beste deutsche Langstreckerin bei ihrem erst drei Tage zuvor vereinbarten Start in Paderborn. Und die kleine Siegerländern setzte im Rennen das um, was sie im kleinen Kreis zuvor als geplante Wettkampftaktik angekündigt hatte. „So ein Wettkampf wie heute ist besser als jedes Tempotraining. Ich weiß nun, wo ich stehe.“ Und sie freute sich vor allem über jene 32:43 Minuten-Zeit, die im Ergebnisprotokoll ausgewiesen wurde. „Bei der kontrollierten Renngestaltung war es wenigstens nicht so zäh wie sonst immer, wenn ich zu schnell anlief. Aber eines habe ich festgestellt: Ich muss mehr auf der Straße laufen, da tue ich mich derzeit doch noch schwerer als gedacht.“ Selbstkritische Worte der Sabrina Mockenhaupt, die nach einem Trainingsblock jedoch für zwei wichtige Rennen auf die 400-m-Rundbahn zurückkehren wird: zu den 10.000-m-Meisterschaften am 7. Mai in Essen und zum European 10.000-m-Cup Anfang Juni in Oslo.
An der Spitze setzte sich eine Woche nach ihrem überzeugenden Sieg beim Würzburger Residenzlauf die 27-jährige Doris Changeywo in 32:03 Minuten knapp vor Esther Chemtai (32:11) durch, die in Würzburg ebenso auf Rang zwei gelandet war. Die Cross-Weltmeisterin von 2010, Emily Chebet, kam nach längerer Verletzungspause schon auf Rang zwei mit 32:41 Minuten – und rettete sich dabei gerade noch vor der anstürmenden Sabrina Mockenhaupt ins Ziel. Hinter sechs weiteren Kenianerinnen kam Simret Restle (PSV GW Kassel) mit 35:07 Minuten über den elften Rang nicht hinaus, nach ihrem enttäuschenden Halbmarathonlauf in Berlin ein weiteres nicht überzeugendes Resultat für die aus Eritrea stammende Läuferin.
Keineswegs unzufrieden war André Pollmächer mit Rang elf. „Ich musste alles alleine laufen. Viel Wind, viel Arbeit, aber ich bin zufrieden. Das war ein guter Tempolauf.“ Der Potsdamer im Dress des Rhein-Marathon Düsseldorf kam eine Woche nach seinem erfolgreichen Comeback und dem Sieg bei den deutschen Halbmarathonmeisterschaften in Griesheim angesichts des hohen Starttempos der kenianischen Phalanx problemlos ins Rennen, musste allerdings erkennen, dass ihm die nötige Tempohärte in einem derart starken Rennen noch fehlt. „Ich bin auf dem richtigen Weg. Natürlich sind es keine 100 Prozent, aber das darf ich nach einem halben Jahr intensivem Training auch nicht erwarten.“ Das deutsche Duell mit Christian Glatting, dem Vorjahresmeister über 10.000 m, gewann André Pollmächer klar, denn der Wattenscheider folgte mit einer Endzeit von 30:50 doch mit merklichem Abstand. „Das war nicht mein Rennen“, gestand der Schützling von Tono Kirschbaum, „nach meiner Rückkehr aus Flagstaff ging auch im Training noch nicht allzu viel.“
An der Spitze triumphierte mit Titus Mbishei ein kenianischer Läufer, den Athletenkoordinator Christoph Kopp im Prinzip als Tempomacher verpflichtet hatte. Mit 13:49 bei der 5-km-Marke war angesichts der selbst für Kenianer ungewohnten Bedingungen das Rennen nicht unbedingt auf den Streckenkord angelegt, den seit 1993 der Deutsche Carsten Eich mit 27:43 Minuten hält. Den Attacken des Cross-Vize-Weltmeisters Thomas Ayeko (Uganda) sowie seiner Landsleute Jacob Cheshari und Daniel Chebii hielt Mbishei bravourös stand und holte sich keineswegs unverdient das Sieg-Preisgeld.
Die Halbmarathonläufer mussten freilich angesichts der Startzeit um 15 Uhr eine schnelle Endzeit abschreiben. Das „Rennen der Kenianer“ gewann Sammy Korir nach 1:03:16 Stunden vor Isaac Arusei (1:03:52) und Dickson Kimutai (1:04:04), der ebenfalls im Rennen befindliche Vorjahressieger und Streckenrekordler mit 1:01:12 Stunden, Charles Maina, hatte mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun und lief sechs Minuten hinter seiner Bestmarke als Elfter ins Ziel. Bei den Frauen setzte sich Abebech Alework (Äthiopien) in 1:12:45 Stunden vor Asha Gigi (Ätthiopien/1:13:20) und Susan Chepkemei (Kenia/ 1:13:34) durch. Als bester deutscher Läufer verpasste Manuel Meyer (TV Wattenscheid) mit 1:11:05 sein erklärtes Ziel mit einer Endzeit unter 1:10 Stunden.
Mit 8.262 Meldungen gab es beim Jubiläumslauf an der Pader erneut eine Steigerung der Meldezahlen. Allerdings mussten die Macher um Organisationsleiter Peter Horak konstatieren, dass es eine merkliche Verschiebung vom Halbmarathon-Wettbewerb (1332 Meldungen) zur kürzeren 10-km-Strecke (3.329) gab.
Text: Wilfried Raatz/race-news-service.com
Mutai und Keitany glänzen in London, Mikitenko überzeugt auf Rang sieben
[18.04.2011] Die fünftschnellste Zeit aller Zeiten bei den Männern und das siebtbeste je über die 42,195 km erzielte Ergebnis bei den Frauen - der Virgin London-Marathon hat alles gehalten, was man sich von dem hochklassigsten City-Rennen über die klassische Distanz versprechen konnte. Emmanuel Mutai und Mary Keitany heißen die großen Gewinner, die am Buckingham Palace in 2:04:40 beziehungsweise 2:19:19 Stunden als souveräne Sieger ins Ziel liefen. Es war zugleich ein toller Doppelerfolg für Kenia und es zeichnet sich schon jetzt ab, dass das Rennen um die drei Startplätze für die Olympischen Spiele 2012 in London für die kenianischen Männer fast so hart sein wird wie der Kampf um die Goldmedaille. Beide Siegzeiten sind natürlich Jahresweltbestzeiten und das Ergebnis von Emmanuel Mutai ist zudem ein Streckenrekord. Es ist die erste Zeit in London unter 2:05 Stunden. Die alte Kursbestzeit hielt Olympiasieger Sammy Wanjiru (Kenia) mit 2:05:10.

Emmanuel Mutai siegte in London.
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Eine erfreuliche Leistung gab es auch aus deutscher Sicht: Im wahrscheinlich stärksten Frauenfeld aller Zeiten bei einem City-Marathon belegte Irina Mikitenko (SC Gelnhausen) einen guten siebenten Platz in 2:24:24 Stunden und zeigte, dass sie nach einem verkorksten Jahr 2010 wieder im Aufwärtstrend ist. Es ist ihre schnellste Zeit seit zwei Jahren und natürlich eine deutsche Jahresbestzeit.
Das Rennen der Männer
Wenige Tage vor dem Start hatte der äthiopische Vorjahressieger Tsegaye Kebede überraschend eine Jagd auf den Weltrekord seines Landsmannes Haile Gebrselassie angekündigt, der in Berlin 2008 in 2:03:59 gewonnen hatte. Bei sehr guten Wetterbedingungen war ihm seine Zuversicht trotz des enorm starken Feldes von Beginn an anzusehen. Kebede lief meist direkt hinter den Tempomachern und sollte später als Erster die Initiative ergreifen. Die ersten Zwischenzeiten lagen noch so, dass ein Weltrekord möglich gewesen wäre, was vielleicht auch mit der anfangs teilweise leicht abfallenden Strecke zu tun hatte. Nach 29:24 Minuten hatte eine 12-köpfige Spitzengruppe die 10-km-Marke erreicht. Doch in der Folge ging etwas Tempo verloren. Schon die 15-km-Zwischenzeit deutete eher auf ein Ergebnis von etwa 2:05 Stunden und nicht mehr auf 2:04. An der Halbmarathonmarke bestätigte sich diese Tendenz. Nach 62:44 hatten elf Läufer diesen Punkt an der Tower Bridge erreicht. Darunter waren neben Tsegaye Kebede auch die Kenianer Patrick Makau, Martin Lel, der nach diversen Verletzungsproblemen seinen ersten Marathon seit Olympia 2008 rannte, und Emmanuel Mutai.
Als an der 30-km-Marke (1:29:20 Stunden) der letzte Tempomacher aus dem Rennen ging, übernahm Tsegaye Kebede die Spitze und drückte in den Londoner Docklands auf die Pace. Doch der 24-jährige Äthiopier konnte laufen so schnell er wollte – das Kenia-Trio mit Mutai, Lel und Makau wurde er nicht los. Es war dann Emmanuel Mutai, der plötzlich die Initiative ergriff, sich löste und die Führungsgruppe auseinander riss. An der 35-km-Marke war eine Vorentscheidung bereits gefallen: Mutai erreichte diesen Punkt nach 1:43:36 Stunden und hatte bereits 20 Sekunden Vorsprung auf Lel und Makau, der später erzählte, dass er kurz nach der Halbmarathonmarke gestürzt war und das Rennen fast aufgegeben hätte. Doch er lief weiter und kämpfe mit seinem Landsmann Lel verbissen um Rang zwei hinter dem enteilten Mutai und ein gutes Stück vor dem Brasilianer Marilson Gomes dos Santos sowie Tsegaye Kebede.
Mary Keitany lief in London unter 2:20 Stunden.
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Über eine Minute Vorsprung erlief der 26-jährige Emmanuel Mutai, der zum ersten Mal ein Rennen der World Marathon Majors (WMM) gewann und am Sonntag seinen bisher größten Erfolg feierte. Der WM-Zweite von 2009 war mit einer Bestzeit von 2:06:15 Stunden nach London gereist. Diese hatte er vor drei Jahren an der Themse aufgestellt, als er Vierter war. Diesen Rang hatte er in London dann auch 2009 belegt. 2010 wurde er dann hinter Kebede Zweiter. „Dieses Jahr bin ich nach London zurückgekommen und meine Träume sind wahr geworden. Ich habe während des Rennens nicht an die Zeit sondern nur an den Sieg gedacht. Jetzt habe ich beides: den Sieg und eine Bestzeit unter 2:05 Stunden“, erklärte Emmanuel Mutai, nachdem er in 2:04:40 ins Ziel gestürmt war und zum viertschnellsten Marathonläufer aller Zeiten wurde. In einem knappen Sprintfinish setzte sich hinter ihm Martin Lel mit 2:05:45 Stunden vor dem zeitgleichen Patrick Makau durch. Marilson Gomes dos Santos (2:06:34), Tsegaye Kebede (2:07:48), Jaouad Gharib (Marokko/2:08:26), Abderrahime Bouramdane (Marokko/2:08:42) und Dmitry Safronov (Russland/2:09:35) belegten die nächsten Plätze.
Das Rennen der Frauen
Mit einem furiosen Tempo begann das Rennen der Frauen im Greenwich Park zu Fuße der Sternwarte. Die Läuferinnen in der Spitzengruppe schienen wahrlich nach den Sternen greifen zu wollen. Eine, die das vielleicht auch bei den Olympischen Spielen kann, ist Mary Keitany. Im zweiten Marathonrennen ihrer Karriere – die Premiere war für die Weltrekordlerin über 25 km und im Halbmarathon mit einem dritten Rang in New York 2010 in 2:29:01 enttäuschend verlaufen – rannte sie locker in einer zehnköpfigen Spitzengruppe. Hinter der Tempomacherin Iness Chenonge (Kenia) passierte sie die 10-km-Marke in 32:54 Minuten. Das ist eine Zwischenzeit, die gut ist für ein Ergebnis unter 2:19 Stunden. Mit dabei waren unter anderen die Titelverteidigerin Liliya Shobukhova (Russland) und die Berliner-Marathon-Siegerin des vergangenen Jahres, Aberu Kebede (Äthiopien).

Irina Mikitenko hielt sich beachtlich in einem absoluten Topfeld.
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Wie bei den Männern wurde das Rennen auch bei den Frauen auf dem folgenden 10-km-Abschnitt etwas langsamer. Die zehnköpfige Gruppe erreichte die Halbmarathonmarke in 70:37 Minuten. Nachdem die Tempomacherin dann aus dem Rennen gegangen war, setzte sich Liliya Shobukhova, die im dritten Anlauf endlich eine Zeit unter 2:20 Stunden erreichen wollte, an die Spitze und forcierte die Pace. Die Gruppe fiel auseinander, doch Mary Keitany ließ sie nicht abschütteln. Die Kenianerin lief neben der Russin her und nach 25 km flog sie förmlich davon. Selbst eine Liliya Shobukhova, die als frühere 3.000-m-Hallenweltrekordlerin über eine außerordentliche Grundschnelligkeit verfügt, war machtlos. Unaufhaltsam strebte Mary Keitany ihrem ersten großen Marathonsieg und einer Zeit unter 2:20 Stunden entgegen. Schließlich wurde sie mit 2:19:19 zur viertschnellsten Läuferin aller Zeiten. Diesen Rang nimmt sie gemeinsam mit Irina Mikitenko ein, die 2008 in Berlin als zuvor letzte Läuferin diese Marke durchbrochen hatte. Für die 29-jährige Mary Keitany wird das noch nicht das Ende der Fahnenstange im Marathon sein. „Ich wusste, dass ich hier in London meine Bestzeit deutlich verbessern kann“, sagte die Kenianerin, die mit deutlichem Vorsprung vor Liliya Shobukhova (2:20:15), Edna Kiplagat (Kenia/2:20:46) sowie den Äthiopierinnen Bezunesh Bekele (2:23:42) und Atsede Baysa (2:23:50) gewann. Auf den nächsten Rängen dieses auch in der Breite der Spitze hochklassigen Rennens folgten Yukiko Akaba (Japan/2:24:09), Irina Mikitenko (2:24:24) und Jessica Augusto (Portugal/2:24:33).
Irina Mikitenko lief anfangs in der zweiten Gruppe. Doch als sie merkte, dass auch dieses Tempo, das zeitweilig auf eine Endzeit von 2:21 Stunden hinausgelaufen war, zu schnell war, drosselte sie ihre Geschwindigkeit etwas. So musste die 38-Jährige zwar ab Kilometer 12 alleine laufen und hatte beim Halbmarathon als 19. mit 1:11:47 einen Rückstand von 19 Sekunden auf die zweite Gruppe, jedoch machte sich diese Taktik bezahlt. Denn im letzten Drittel des Rennens konnte Irina Mikitenko ihr Tempo halten und sogar noch etwas zulegen, so dass sie noch zwölf Plätze gutmachte. Die meisten der anfangs vor ihr laufenden Athletinnen hatten sich überschätzt und fielen zurück.
Text: race-news-service.com
Topzeiten, aber kein Weltrekord in Rotterdam
Wilson Chebet gewinnt den Rotterdam-Marathon mit einer Jahresweltbestzeit.
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[11.04.2011] Der Marathon-Weltrekordler heißt nach wie vor Haile Gebrselassie. Die Veranstalter des Rotterdam-Marathons hatten vor ihrem hochklassigen Rennen darauf spekuliert, dass die Rekordzeit des Äthiopiers (2:03:59 Stunden in Berlin 2008) bei ihrem Rennen fallen könnte und hatten daher eine Prämie in Höhe von 350.000 US-Dollar versichert. Die Marke fiel am Sonntag auf der sehr schneller Rotterdamer Strecke zwar nicht, doch gab es trotzdem zwei Weltklassezeiten: Der Kenianer Wilson Chebet triumphierte in 2:05:27 Stunden mit nur sechs Sekunden Vorsprung vor seinem Landsmann Vincent Kipruto. Dies sind die bisher schnellsten Marathonzeiten des Jahres 2011. Auch bei den Frauen gab es eine knappe Entscheidung im Rennen um den Sieg: Hier gewann die kenianische Debütantin Philes Ongori mit sehr guten 2:24:20 Stunden vor der aus Kenia stammenden Holländerin Hilda Kibet (2:24:27). Bei Temperaturen von rund 16 Grad Celsius während des Rennens war es phasenweise etwas windig.
Zwar gab es keinen Weltrekord, doch darf sich Rotterdam in anderer Hinsicht als schnellstes Rennen der Welt bezeichnen. Was den Durchschnitt der schnellsten zehn je bei einem bestimmten Marathon erzielten Zeiten angeht, hat Rotterdam am Sonntag die Spitzenposition von Berlin übernommen. Der Schnitt der Holländer steht jetzt bei 2:05:06,1 Stunden. Zweiter ist Berlin mit 2:05:09,6 vor London (2:05:30,6). Beim Berlin-Marathon Ende September kann sich dies allerdings auch schnell wieder ändern. Rotterdams Jahresweltbestzeit könnte schon am kommenden Sonntag in London in Gefahr geraten. In den vergangenen zwei Jahren hatte Rotterdam jeweils die schnellsten Männer-Marathonzeiten des Jahres (2:04:27 in 2009 und 2:04:48 in 2010). Doch dieses Jahr dürften die 2:05:27 eher nicht als Jahresweltbestzeit bis Ende Dezember halten.
Sieben Läufer mit Bestzeiten zwischen 2:05:13 und 2:06:33 Stunden waren in Rotterdam am Start. Noch nie war das Feld bei dem Traditionsrennen in der Breite der Spitze derart stark besetzt. In Holland sprach man von den ,Magnificent Seven’. Wie geplant wurde die Gruppe im Weltrekordtempo durch den ersten Abschnitt des Rennens geführt. Zu den Pacemakern zählte unter anderen der Weltklasse-Halbmarathonläufer Sammy Kitwara (Kenia).
Doch wahrscheinlich begannen die kenianischen und äthiopischen Topfavoriten das Rennen etwas zu schnell. Die 5-, 10- und 15-km-Zwischenzeiten wurden mit 14:38 Minuten, 29:09 und 43:49 gestoppt. Dieses Tempo lief nicht mehr nur auf die Weltrekordzeit von Haile Gebrselassie hinaus, sondern es hätte für ein Ergebnis von knapp über 2:03 Stunden gereicht – also fast eine Minute schneller als die Bestzeit des Äthiopiers!
An der 20-km-Marke lag die Gruppe von der Zwischenzeit her immer noch im Weltrekordbereich: 58:40 Minuten wurden hier gestoppt, die prognostizierte Endzeit wäre nun bei gleichbleibendem Tempo 2:03:47 gewesen. Doch die Kilometerabschnitte wurden langsamer, was bereits auf dem Weg zu der 20-km-Marke zu erkennen gewesen war. 62:07 Minuten wurden nach der ersten Hälfte gestoppt. Damit lag die Rotterdamer Spitzengruppe, in der unter anderen Wilson Chebet und Vincent Kipruto sowie die Äthiopier Feyisa Lelisa (Bestzeit: 2:05:23) und Chala Dechase (2:06:33) rannten, im Vergleich zum Weltrekordfahrplan erstmals etwas zurück. Hinzu kam, dass bereits zu diesem Zeitpunkt – offenbar aufgrund des hohen Anfangstempos – ein paar Favoriten den Kontakt zur Spitze verloren hatten. Gilbert Kirwa (Kenia), der Gewinner des Frankfurt-Marathons 2009 in 2:06:14 Stunden, war vor der 20-km-Marke zurückgefallen, sein Landsmann Eliud Kiptanui folgte kurz danach. Besonders auf Kiptanui hatten die Rotterdamer gehofft, schließlich hatte er im vergangenen Jahr auf der nicht leichten Prager Marathonstrecke die dortige Kursbestzeit auf sensationelle 2:05:39 geschraubt. Doch auch in seinem dritten Marathon nach Prag kam er nicht annähernd an dieses Ergebnis heran. In Rotterdam wurde er am Sonntag schließlich Vierter in 2:09:08.
Nach 25 km (1:13:42) und 30 km (1:28:42) fehlten immer mehr Sekunden zu jenen Zwischenzeiten, die für einen Weltrekord nötig gewesen wären. Kurz darauf fielen die beiden Äthiopier Feyisa Lelisa und Chala Dechase aus der Spitzengruppe. Und nachdem Sammy Kitwara als letzter Tempomacher nach 35 km (1:43:44) aus dem Rennen gegangen war, ging es bei einem ,Zwischenzeit-Rückstand’ auf den Weltrekord von nunmehr rund einer Minute für die beiden verbliebenen Kenianer nur noch um den Sieg. Erst gut einen Kilometer vor dem Ziel fiel die Entscheidung: Gegen Wilson Chebets Tempoverschärfung war Vincent Kipruto machtlos. Hinter Kipruto (2:05:33) belegten Dechasa (2:08:47), Kiptanui (2:09:08) und Alemayehu Shumye (Äthiopien/2:09:36) die nächsten Plätze.
Für den erst 25-jährigen Wilson Chebet war der Sieg in Rotterdam der größte Erfolg seiner Karriere. Als sehr guter Halbmarathonläufer (Bestzeit: 59:15 Minuten) war er erst im vergangenen Oktober sein Marathondebüt gelaufen. In Amsterdam wurde Chebet damals Zweiter und lief auf Anhieb hochklassige 2:06:12 Stunden. Rotterdam war jetzt erst sein zweiter Marathon.
Wie so oft in Rotterdam war das Frauenfeld nicht so stark besetzt wie jenes der Männer. Hilda Kibet lief lange Zeit an der Spitze einer Gruppe, zu der auch Philes Ongori, Lishan Dula (Bahrain) und Shetaye Bedasa (Äthiopien) gehörten. Im Gegensatz zu den Männern liefen die Frauen jedoch die zweite Hälfte schneller als die erste, was für eine gute Renneinteilung der zwei Erstplatzierten spricht. Nach 1:12:38 Stunden hatte das Quartett die Halbmarathonmarke erreicht. Etwa nach 30 km (1:43:16) fielen Dula und Bedasa zurück. Nun entwickelte sich ein Zweikampf, der erst auf dem letzten Kilometer entschieden wurde. Die 24-jährige Debütantin Philes Ongori, die 2009 bei der Halbmarathon-WM Platz zwei belegt hatte, war es, die sich schließlich in 2:24:20 mit sieben Sekunden Vorsprung durchsetzte. Hinter Hilda Kibet wurde Lishan Dula mit 2:26:56 Stunden Dritte. Auf Rang vier folgte Alessandra Aguilar (Spanien/2:27:00), Fünfte wurde die ehemalige Boston-Marathon-Siegerin Rita Jeptoo (Kenia/2:28:09).
Text: race-news-service.com
Die 100MeilenBerlin am 20./21. August suchen noch freiwillige Helfer! Nachtlauf auf dem Mauerweg am 23. Juni über 60 km
[05.04.2011] Am 23. Juni veranstaltet die LG Mauerweg erstmals einen nächtlichen Gruppenlauf auf dem Mauerweg.

Die 100MeilenBerlin am 20./21. August suchen noch freiwillige Helfer! Nachtlauf auf dem Mauerweg am 23. Juni über 60 km
©Mauerweg Tour Berlin Organisation
Für die 100MeilenBerlin am 20./21. August sucht die LG Mauerweg noch freiwillige Helfer, die Lust und Zeit haben, den Verein bei diesem einmaligen Laufprojekt zu unterstützen. So sind noch einige Verpflegungsposten entlang des Berliner Mauerwegs zubesetzen, auch für den Start- und Zielbereich im Stadion an der Lobeckstraße (Kreuzberg) werden noch helfende Hände gesucht!
Interessenten melden sich bitte beim Gesamtkoordinator der 100MeilenBerlin, Alexander von Uleniecki, unter der Telefonnummer 030 / 4465 1960 oder über die Webseite www.100meilen.de.
Unterwegs wird es alle etwa 10 Kilometer Verpflegungspausen geben, das Gepäck wird per Fahrzeug transportiert. Das Ziel wird in den Morgenstunden des 24. Juni das FIT-Fitnessstudio in Tegel sein - dort gibt es neben einem Frühstück auch Gelegenheit, sich im Wellnessbereich zu erholen. Das Tempo dieses Gruppenlaufs wird bei eher gemütlichen 6:30 Minuten pro Kilometer liegen. Weitere Informationen, auch über den genauen Startpunkt des Nachtlaufs, gibt es in Kürze auf der Vereinsseite: www.lgmauerweg.de.
Alexander von Uleniecki
Quelle: germanroadraces.de
Zwei Youngster stehlen den Stars in Berlin die Show
[04.04.2011] Berlin ist immer wieder für außergewöhnliche Ergebnisse gut: Dieses Mal gab es zwar keine Weltklassezeiten, dafür aber gewannen zwei kenianische Youngster den Vattenfall Berliner Halbmarathon, das mit Abstand hochkarätigste und mit 25.500 Läufern größte deutsche Rennen über die 21,0975 km. Bei warmen Temperaturen von knapp 20 Grad Celsius im Schatten und einem leichten Wind siegte Geoffrey Kipsang, der vor kurzem erst Junioren-Weltmeister im Crosslauf geworden war, in 60:38 Minuten während seine Landsfrau Valentine Kipketer nach 70:12 im Ziel war.
Valentine Kipketer und Geoffrey Kipsang gewannen den Berliner Halbmarathon.
Foto: www.photorun.net
Die beiden Gewinner, die sich jeweils eine Siegprämie von 3.500 Euro verdienten, sind erst 18 Jahre alt. Es dürfte vielleicht sogar international einmalig sein, dass zwei 18-Jährige einen derart hochkarätigen Halbmarathon für sich entscheiden. Das beweist aber auch einmal mehr das enorme Potenzial der kenianischen Läufer. Während Valentine Kipketer bei ihrem ersten Rennen außerhalb Afrikas auf Anhieb zum Sieg stürmte, stieg die große Favoritin, Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg), nach 12 km vorzeitig aus.
„Dies sind die beiden größten Erfolge meiner bisherigen Karriere“, erklärte Geoffrey Kipsang, der nur zwei Wochen nach seinem Cross-Gold nun auch auf der Straße triumphierte. „Die Wärme machte mir zwar nichts aus und ich habe nicht einmal etwas getrunken, aber insgesamt war das Rennen bei den hohen Temperaturen zu langsam“, sagte Geoffrey Kipsang. Ursprünglich wurde ein Ergebnis von unter einer Stunde angepeilt. Doch schon an der 10-km-Marke (Durchgangszeit: 28:47 Minuten) war eine solche Zeit praktisch außer Reichweite.
Rund vier Kilometer vor dem Ziel forcierte Geoffrey Kipsang das Tempo dann entscheidend und setzte sich bald danach von seinen verbliebenen Konkurrenten aus der Spitzengruppe ab. „Als ich bei 15 km die Uhr sah, wusste ich, dass es keine Zeit unter einer Stunde geben würde. Danach ging es um den Sieg und ich habe das Tempo forciert“, sagte Geoffrey Kipsang. In seinem ersten internationalen Halbmarathonrennen gelang dem Kenianer, der eine große Karriere vor sich haben dürfte und sich über 10.000 m für das kenianische WM-Team im Sommer qualifizieren möchte, auf Anhieb ein Sieg. Im Ziel war er schließlich deutlich vor seinen Landsleuten Eliud Kiplagat (60:52) und Daniel Chebii (60:56). Die stark eingeschätzten Kenianer Leonard Langat, Kiplimo Kimutai, Abraham Chebii und Pius Kirop spielten in der entscheidenden Phase keine Rolle mehr.
Bester deutscher Läufer war Stefan Koch (LG Braunschweig), der auf Rang 20 in 64:50 Minuten das Ziel erreichte. Während Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen) Platz 25 in 67:19 belegte, stieg Falk Cierpinski (SG Spergau) aus.
Bei den Frauen setzte sich von Beginn an überraschend Valentine Kipketer an die Spitze. Die 18-jährige Kenianerin lief ihr erstes Rennen außerhalb Afrikas. Einmal war sie zuvor einen Halbmarathon gelaufen: Ende Februar gewann sie dabei das Rennen in der Höhenluft von Moshi (Tansania) in 74:58. Nun strebte sie überraschend dem Sieg beim hochklassigsten deutschen Halbmarathon entgegen. Denn die große Favoritin Sabrina Mockenhaupt gab das Rennen nach 12 km an zweiter Stelle liegend auf, nachdem sie zuvor auf Kurs war für eine persönliche Bestzeit (68:45). „Es war heute einfach nicht mein Tag. Ich hatte irgendwie einen Blackout und dann lief gar nichts mehr“, erklärte die 30-jährige Sabrina Mockenhaupt, für die der Halbmarathon in der Hauptstadt eigentlich der Saisonhöhepunkt im Frühjahr sein sollte.
Obwohl Valentine Kipketer bei der Wärme das recht hohe Anfangstempo (32:33 Minuten nach 10 km) nicht halten konnte, war ihr Sieg ungefährdet. In 70:12 Minuten erreichte sie mit deutlichem Vorsprung vor Fate Tola (Äthiopien/71:40) und Sonia Samuels (Großbritannien/72:56) das Ziel. Bei den hohen Temperaturen reichte es auch für Andrea Mayr (Österreich) nicht für den avisierten nationalen Rekord. Sie wurde in 73:22 Minuten Vierte vor der Polin Agnieszka Gortel (74:57) und verpasste die Marke um 68 Sekunden. Hinter ihr rannte die beste deutsche Läuferin, Melanie Schulz (LC Erfurt), als Sechste 75:24.
„Ich hatte nicht erwartet, dass ich bei meinem ersten großen internationalen Rennen gleich gewinnen würde. Als ich mir am Start die Konkurrenz anschaute, dachte ich, das wird ein schweres Rennen“, erklärte Valentine Kipketer. „Ich wusste aber, dass ich gut in Form war, denn ich hatte in Eldoret sehr gut trainiert.“
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