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Patrick Makau bricht Weltrekord beim Berlin-Marathon, Florence Kiplagat siegt vor Irina Mikitenko und Paula Radcliffe

[26.09.2011] - Kenias Dominanz über die Langstrecken setzt sich auf eindrucksvolle Weise fort: Patrick Makau hat den 38. BMW Berlin-Marathon mit einem Weltrekord gekrönt. Der 26-jährige Kenianer lief in 2:03:38 Stunden ins Ziel am Brandenburger Tor. Der Titelverteidiger besiegte damit Haile Gebrselassie nicht nur im direkten Duell sondern entriss ihm auch noch den Weltrekord. Mit einer dramatischen Tempoverschärfung hatte Patrick Makau nach 27 Kilometern den Äthiopier hinter sich gelassen. Haile Gebrselassie gab das Rennen 36 km auf. Seit 1977 ist dies der achte Marathon-Weltrekord, der in Berlin aufgestellt wurde. Kein anderer City-Marathon kann derartig viele Bestzeiten vorweisen.


Patrick Makau bricht den Weltrekord.
Foto: www.photorun.net

„Das ist der größte Tag meiner Karriere, ich bin sehr stolz. Nach etwa der Hälfte der Distanz wusste ich, dass ich den Weltrekord heute brechen kann“, sagte Patrick Makau, der 21 Sekunden schneller war als Haile Gebrselassie vor drei Jahren in Berlin. Auch einen weiteren Weltrekord des Äthiopiers verbesserte Patrick Makau: Den 30-km-Punkt erreichte er in 1:27:38 Stunden. Gebrselassie war 2009 in Berlin als Zwischenzeit 1:27:49 gelaufen. Zwischenzeiten werden als offizielle Weltrekorde anerkannt, wenn an dem entsprechenden Kilometerpunkt ein Kampfgericht platziert wird, was in Berlin der Fall war.

Zweiter hinter Patrick Makau wurde überraschend Stephen Chemlany, der als Tempomacher gelaufen war, dann jedoch nicht ausstieg und ins Ziel lief. Der Kenianer war nach 2:07:55 Stunden vor seinem Landsmann Edwin Kimaiyo (2:09:50) im Ziel. Rang vier belegte Felix Limo (Kenia/2:10:38), Fünfter wurde überraschend der Brite Scott Overall, der bei seinem Debüt 2:10:55 Stunden lief und sich für Olympia in London 2012 qualifiziert haben dürfte. Dagegen kamen die deutschen Topläufer Falk Cierpinski (SG Spergau) und Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen) beim Versuch, die deutsche Olympianorm von 2:12 Stunden zu erreichen, nicht ins Ziel. Cierpinski stieg nach 25 km, Beckmann nach 30 km aus.


Florence Kiplagat gewinnt den Berlin-Marathon.
Foto: www.photorun.net

Im Rennen der Frauen stahl Florence Kiplagat den beiden Topstars, Paula Radcliffe (Großbritannien) und Irina Mikitenko (SC Gelnhausen), die Show. Die 24-jährige Kenianerin war nach 2:19:44 Stunden im Ziel und erreichte die zweitschnellste Zeit des Jahres weltweit, es war ihr erster Marathon, bei dem sie ins Ziel kam. Im Frühjahr hatte sie beim Boston Marathon nach 30 km aufgegeben. Auf einen hervorragenden zweiten Platz lief Irina Mikitenko, die mit 2:22:18 Stunden die drittschnellste Zeit ihrer Karriere erreichte und die schnellste seit fast zweieinhalb Jahren. Dritte wurde Weltrekordlerin Paula Radcliffe, die bei ihrem Marathon-Comeback nach einer Babypause in 2:23:46 ins Ziel lief. Gemessen an der Breite in der Spitze war das Rennen der Frauen das hochklassigste in der Geschichte des BMW BERLIN-MARATHON. Auch Atsede Habtamu (Äthiopien/2:24:25), Tatyana Petrova (Russland/2:25:01) und Anna Incerti (Italien/2:25:32) blieben noch unter 2:26 Stunden.

40.963 Läufer aus 125 Nationen hatten für den Berlin-Marathon gemeldet, eine Million Zuschauer standen an der Strecke. Der Lauf gehört zusammen mit den Rennen in London, Boston, Chicago und New York zu den World Marathon Majors (WMM).

Bei dem fast schon legendären Berlin-Marathon-Wetter (13 bis 16 Grad Celsius im Schatten, Sonne und kaum Wind) entwickelte sich von Beginn an ein sehr schnelles Rennen. Das Tempo und die Zwischenzeiten lagen durchweg im Bereich des Weltrekordes von Haile Gebrselassie. Sechs Tempomacher führten fünf Läufer zu einer Halbmarathon-Zeit von 61:43 Minuten. Das war 17 Sekunden schneller als geplant. Auf den nächsten sechs Kilometern folgte eine dramatische und bereits entscheidende Rennphase. Nachdem vier Tempomacher aus dem Rennen gegangen waren, konnten auch die Kenianer Edwin Kimaiyo, Emmanuel Samal und John Kyui nicht mehr mithalten.

Jetzt gab es das erwartete Duell zwischen Haile Gebrselassie und Patrick Makau. Doch es war viel schneller entschieden als gedacht. Der Kenianer sprintete nach 27 km plötzlich davon – im Stile eines Mittelstreckenläufers verabschiedete er sich vom Weltrekordler. Kurz darauf bekam dieser Atem- und Lungenprobleme und musste das Rennen unterbrechen. Haile Gebrselassie lief danach noch rund acht Kilometer weiter, doch schließlich ging er endgültig aus dem Rennen. Entgegen ersten Spekulationen, die von Karriereende sprachen, ließ sein Manager Jos Hermens durchblicken, dass ein Start im Januar beim Marathon in Dubai anstehen könnte. Während Haile Gebrselassie nach vier Berlin-Marathon-Siegen dieses Mal nicht ins Ziel kam, hielt Patrick Makau das hohe Tempo durch und lief Weltrekord.


Irina Mikitenko läuft jubelnd die letzten Meter.
Foto: www.photorun.net

„Als ich heute morgen aufwachte, fühlte ich mich körperlich nicht so richtig gut. Doch vom Start weg war alles in Ordnung, ich hatte keine Probleme“, sagte Patrick Makau, der nun voraussichtlich bereits für die Olympischen Spiele vornominiert werden könnte. „Ich bin nach Berlin gekommen, um zu gewinnen. Es ist natürlich eine große Herausforderung, gegen Haile zu laufen. Aber ich hatte mit mehr Gegenwehr von ihm gerechnet.“

Bei den Frauen hatten sich Florence Kiplagat und Paula Radcliffe vom Start weg abgesetzt. Sie liefen von Beginn an ein Tempo, das auf eine Zeit von knapp unter 2:20 Stunden führte. Doch nach knapp 15 km wurde es für Paula Radcliffe bei ihrem Comeback-Rennen zu schnell. Sie ließ es etwas ruhiger angehen, um Kräfte zu sparen, während Florence Kiplagat keine Schwäche zeigte. „Ich hatte nicht mit einer derartigen Zeit gerechnet“, erklärte Florence Kiplagat, die 2010 Halbmarathon-Weltmeisterin war. Nun lief sie auch über die 42,195 km in die Weltspitze: Nach 2:19:44 war die Kenianerin im Ziel.

Spannend war der Kampf um die Plätze hinter der Kenianerin. Lange Zeit liefen Irina Mikitenko und Atsede Habtamu, die vor zwei Jahren in Berlin gewonnen hatte, gut eine Minute hinter Paula Radcliffe. Doch kurz vor der 35-km-Marke zogen die beiden an der Britin vorbei. Nachdem sich Irina Mikitenko dann von der Äthiopierin lösen konnte, kam wiederum Paula Radcliffe noch einmal besser ins Rennen. Sie überholte schließlich noch Habtamu und sicherte sich Rang drei.

„Ich freue mich über meine Leistung, aber ich bin nicht ganz glücklich. Denn ich habe nicht gewonnen“, erklärte Irina Mikitenko, nachdem sie im Jubel der Zuschauer ins Ziel gelaufen war. „Aber“, fügte die deutsche Rekordhalterin (2:19:19 in Berlin 2008) hinzu, „ich denke, ich habe ein Jahr vor den Olympischen Spielen in London eine gute Leistung gezeigt.“

Gemischte Gefühle hatte Paula Radcliffe nach ihrem Marathon-Comeback: „Ich bin nicht ganz zufrieden, denn ich wollte hier gewinnen. Aber nach Krankheiten und Verletzungen habe ich mich immerhin zurückgemeldet. Ich hoffe, dass ich in London bei Olympia besser sein werde als heute.“

Text: race-news-service.com

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Kenianer laufen Topzeiten beim weltgrößten Halbmarathon

[19.09.2011] - 54.000 Läufer hatten sich für den Great North Run angemeldet. Gekrönt wurde der größte Halbmarathon der Welt, der von Newcastle nach South Shields an der nordostenglischen Küste führt, von Weltklassezeiten der kenianischen Sieger.

Martin Mathathi gewann das Rennen über die 21,0975 km in der Kursrekordzeit von 58:56 Minuten. Seine kenianische Landsfrau Lucy Kabuu Wangui siegte in 67:06. Beide Zeiten waren zu diesem Zeitpunkt die zweitschnellsten des Jahres. Allerdings können die Ergebnisse des Great North Runs nicht als Rekorde anerkannt werden, da die Strecke nicht die entsprechenden Kriterien erfüllt. Der Punkt-zu-Punkt-Kurs hat ein Gefälle von 30,5 Metern. Das sind knapp zehn Meter mehr als zulässig.


Martin Mathathi, hier bei der WM vor Mo Farah laufend, gewann am Sonntag den Great North Run, den der britische Langstreckenstar Farah gestartet hatte.
Foto: www.photorun.net

Es war zunächst der Kenianer Jonathan Maiyo, der das Tempo nach rund acht Kilometern erhöhte und einen Vorsprung auf seine Landsleute Martin Mathathi und Micah Kogo herauslaufen konnte. Zurückgefallen war zu diesem Zeitpunkt überraschend der aktuelle London-Marathon-Sieger Emmanuel Mutai (Kenia). Doch Martin Mathathi, der bei den Weltmeisterschaften Ende August im 10.000-m-Finale als Fünfter bester Kenianer war, lief langsam wieder an Jonathan Maiyo heran und überholte ihn schließlich. Mathathi konnte das Tempo durchweg hochhalten und erlief nun seinerseits einen deutlichen und entscheidenden Vorsprung.

Es war für Martin Mathathi in der Schlussphase des Rennens nur noch ein Kampf gegen die Uhr, nicht mehr ein Kampf gegen die Konkurrenz. Schließlich gewann er auch diesen und erzielte die erste Zeit unter 59 Minuten beim Great North Run sowie eine persönliche Bestzeit. Die alte Kursbestzeit hatte Zersenay Tadese (Eritrea) mit 59:05 Minuten gehalten. „Mein Manager hatte mir Mut gemacht und gesagt, dass der Great North Run ein sehr gutes Rennen sei, bei dem ich eine gute Zeit erreichen könnte. Ich habe diese Chance genutzt“, erklärte Martin Mathathi und fügte hinzu: „Heute bin ich das beste Rennen meiner Karriere gelaufen.“ Hinter dem Kenianer blieben noch zwei Landsleute unter der 60-Minuten-Barriere: Jonathan Maiyo wurde in 59:27 Minuten Zweiter vor Emmanuel Mutai (59:52). Als Vierter folgte der frühere 10-km-Weltrekordler Micah Kogo mit 60:03.

Auch bei den Frauen gewann eine Läuferin, die vorher nicht zu den ganz großen Favoritinnen gezählt hatte: Lucy Kabuu Wangui zeigte in ihrem zweiten Rennen nach einer Babypause eine beeindruckende Vorstellung. Zwischen Kilometer fünf und acht löste sie sich entscheidend von ihren Konkurrentinnen, für die die Kenianerin bald außer Sichtweite war. Am Ende erreichte sie hochklassige 67:06 Minuten und erzielte die drittschnellste Zeit in der Geschichte des Traditionsrennens. Lediglich Paula Radcliffe (Großbritannien) und Kara Goucher (USA) sind beim Great North Run schneller gelaufen.

„Ich habe viel Unterstützung von meiner Familie in Kenia und trainiere zusammen mit Sharon Cherop“, erzählte Lucy Kabuu Wangui. Cherop wurde vor kurzem bei der WM Dritte im Marathon.

Hinter der überlegenen Siegerin Wangui belegten die Portugiesinnen Jessica Augusto und Marisa Barros in 69:27 beziehungsweise 70:29 die nächsten Plätze. Vierte wurde Jo Pavey (Großbritiannien) in 70:49 Minuten.

Text: race-news-service.com

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Philemon Limo bricht erneut Prager Streckenrekord

[12.09.2011] - Philemon Limo hat seine Herbst-Straßenlaufsaison mit einem eindrucksvollen Sieg beim 10-km-Rennen in Prag begonnen. Der 26-jährige Kenianer stellte mit 27:34 Minuten einen Kursrekord auf und unterbot seine persönliche Bestzeit auf dieser Strecke um eine Sekunde.


Philemon Limo siegt erneut in Prag.
Foto: PIM

Prag scheint ein gutes Pflaster für den Kenianer zu sein. Denn im April hatte er bereits den Halbmarathon in der tschechischen Hauptstadt gewonnen. Damals lief er starke 59:30 Minuten. Zuvor hatte Philemon Limo, der erst seit zweieinhalb Jahren professionell trainiert, bei den Cross-Weltmeisterschaften einen beachtlichen siebenten Platz erreicht.

Philemon Limo übernahm bei dem 10-km-Rennen frühzeitig die Initiative. Gemeinsam mit seinem Landsmann Henry Chirchir und dem Äthiopier Adugna Tekele setzte er sich von den Konkurrenten ab. Limo war später der einzige, der das hohe Tempo halten konnte. Er lief einen großen Vorsprung heraus. Genau eine Minute vor Henry Chirchir erreichte Limo das Ziel. Mit seinen 27:34 Minuten hatte er den bisherigen Streckenrekord um knapp eine halbe Minute unterboten. Dritter wurde Adugna Tekele mit 28:56.

Im 5-km-Rennen der Frauen setzte sich die Kenianerin Priscah Ngetich mit 15:32 Minuten klar vor der Äthiopierin Tadelech Bekele (15:51) und Tabitha Wambui (Kenia/15:56) durch.

Deutsche Läufer waren über beide Strecken bei der WM nicht am Start.

Text: race-news-service.com

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WM-Aktuell: Mo Farah – ein Sieg für Europa!

[04.09.2011] - Der Weltmeister über 5.000 m heißt: Mo Farah! Der Brite hat das geschafft, was für viele vor noch nicht allzu langer Zeit als unmöglich galt. Er hat die Afrikaner im Finallauf der Weltmeisterschaften geschlagen. Das ist nicht nur ein Triumph für ihn persönlich und – ein Jahr vor den Olympischen Spielen in London – ein enormer Erfolg für Großbritannien sondern auch für den gesamten europäischen Laufsport. Mo Farah hat im südkoreanischen Daegu gezeigt, dass Europa doch noch mithalten kann.


Mo Farah hat die Afrikaner auf Distanz halten können.
Foto: www.photorun.net

Der letzte europäische Läufer, der über 5.000 m einen globalen Titel bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen gewann, war Dieter Baumann, der 1992 in Barcelona zum Olympiagold gestürmt war. Fast 20 Jahre später und eine Woche nach einem knapp verpassten WM-Gold über 10.000 m siegte der 28-jährige Mo Farah in 13:23,36 Minuten vor Bernard Lagat (USA/13:23,64) und dem Äthiopier Dejen Gebremeskel (13:23,92). Ursprünglich war Imane Merga Dritter, jedoch wurde der Äthiopier, der bereits die Medaille bekommen hatte, später disqualifiziert, weil er während des Rennens auf das Innenfeld getreten war.

In einem anfangs sehr langsamen Rennen mit einer 1.000-m-Zwischenzeit von 2:50,9 Minuten hielt sich Mo Farah ganz am Ende des Feldes. Erst drei Runden vor Schluss schob er sich erstmals an die Spitze, neben den Äthiopier Abera Kuma. Fortan bestimmte der Doppel-Europameister von Barcelona 2010 (5.000 und 10.000 m) das Tempo und forcierte immer mehr. Keiner kam mehr an Mo Farah vorbei, doch es war knapp. Ausgangs der letzten Kurve sah es so aus, als ob Bernard Lagat noch ganz nach vorne kommen könnte. Doch der Amerikaner kam in der Mitte nicht durch und musste nach außen ausweichen. Und im Gegensatz zum 10.000-m-Finale konnte Mo Farah dieses Mal noch etwas zulegen. „Ich habe aus dem 10.000-m-Finale gelernt und habe mir noch ein bisschen mehr Kraft aufgehoben für den Endspurt“, erklärte der Brite, der im Ziel zunächst überglücklich zu Boden sank.

Das letzte Lauf-Finale dieser WM waren dann die 800 m der Frauen. Hier siegte die Russin Mariya Savinova, nachdem sie die auf der Zielgeraden zunächst noch führende Titelverteidigerin Caster Semenya (Südafrika) knapp überholt hatte. Savinova erzielte mit 1:55,87 Minuten eine Jahresweltbestzeit. Für Semenya wurden 1:56,53 gestoppt. Bronze gewann die Kenianerin Janeth Busienei Jepkosgei mit 1:57,42.

Deutsche Läufer waren über beide Strecken bei der WM nicht am Start.

Text: race-news-service.com

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