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Wilson Kipsang verpasst Weltrekord in Frankfurt um nur vier Sekunden
[31.10.2011] - Zu einem der hochkarätigsten und zugleich dramatischsten City-Marathonrennen aller Zeiten wurde der 30. BMW Frankfurt Marathon am Sonntag. In einer mitreißenden Weltrekordjagd verpasste Wilson Kipsang die Marke am Ende um lediglich vier Sekunden. Der Kenianer gewann das Rennen in 2:03:42 Stunden und krönte das Jubiläum mit einem famosen Streckenrekord. Es ist die zweitschnellste Zeit aller Zeiten. Zweiter wurde Levy Matebo in 2:05:16, Rang drei belegte Albert Matebor (beide Kenia) mit 2:05:25. 14 Läufer blieben im Männerrennen unter 2:10 Stunden – damit hat Frankfurt doch noch einen „Weltrekord“ gebrochen, denn das gab es weltweit noch nie im Marathon.

Knapp am Weltrekord vorbei lief Wilson Kipsang in Frankfurt.
Foto: www.photorun.net
Auch bei den Frauen gab es Weltklassezeiten in Frankfurt: Mamitu Daska (Äthiopien) lief mit 2:21:59 ebenfalls einen Streckenrekord. Sie gewann vor Agnes Kiprop (2:23:54) und der Debütantin Flomena Chepchirchir (beide Kenia/2:24:21). Die Siegzeit von der Äthiopierin ist die sechstschnellste des Jahres. Auch in der Breite der Spitze überzeugte das Frankfurter Frauenfeld: Zwölf Läuferinnen blieben unter 2:30 Stunden – nur der London-Marathon war in diesem Jahr in dieser Hinsicht noch besser. In Deutschland gab es noch nie so viele Läuferinnen, die bei einem City-Marathon unter 2:30 Stunden ins Ziel kamen. Lediglich bei der WM in Berlin 2009 waren es mehr.
Die Rekordzahl von 15.210 Marathonläufern ging beim 30. BMW Frankfurt Marathon an den Start. Alle Wettbewerbe zusammengerechnet, beteiligten sich 25.305 Athleten bei der Veranstaltung.
Mit Temperaturen von rund 12 Grad zur Startzeit um 10 Uhr, so gut wie keinem Wind und einem bedeckten Himmel herrschten fast ideale Bedingungen. Allerdings waren die Frankfurter Straßen aufgrund eines morgendlichen Regens noch nass und dadurch teilweise rutschig. Besonders in den Kurven mussten die Topläufer bei dem hohen Tempo vorsichtig sein. Es ist durchaus möglich, dass auf den rutschigen Straßen die am Ende zum Weltrekord fehlenden Sekunden verloren gingen.
„Ich freue mich über meine Zeit und werde es beim nächsten Mal erneut versuchen, den Weltrekord zu brechen. Dieses Resultat ist eine große Motivation für mich für meine nächsten Rennen“, erklärte der 29-jährige Wilson Kipsang, der seinen vierten Marathon rannte. Nach einer Halbmarathon-Zwischenzeit von 61:40 Minuten und einer 25-km-Zwischenzeit von 1:13:09 Stunden fiel die Entscheidung unmittelbar nach der 35-km-Marke. Wilson Kipsang forcierte die Pace und ließ seine Landsleute Levy Matebo sowie Peter Kirui, der als Tempomacher durchlief und schließlich als Sechster 2:06:31 erreichte, hinter sich. Am Ende hatte Wilson Kipsang Pech, dass er den fünf Wochen alten Weltrekord von Patrick Makau, den dieser mit 2:03:38 Stunden in Berlin aufgestellt hatte, um nur vier Sekunden verpasste. Es war aber nicht die knappste Weltrekordjagd in der Marathon-Geschichte. 1985 hatte der Brite Steve Jones in Chicago die ein halbes Jahr zuvor in Rotterdam von Carlos Lopes (Portugal/2:07:12) aufgestellte Bestmarke um lediglich eine Sekunde verpasst.
Durch die glänzenden Zeiten bei den Männern hat Frankfurt in der Liste der schnellsten City-Marathonrennen aller Zeiten einen enormen Sprung von Rang neun auf Platz fünf nach vorne gemacht. Diese Statistik basiert auf dem Durchschnitt der zehn schnellsten je gelaufenen Männer-Zeiten eines Rennens. Frankfurts Schnittzeit liegt nun bei 2:05:45,3 Stunden. Schneller sind in dieser Liste nun nur noch Rotterdam, Berlin, Boston und London – Frankfurt hat am Sonntag sogar den Chicago-Marathon überholt.
Bei den Frauen liefen die zwei Äthiopierinnen Mamitu Daska und Merima Mohammed von Anfang an ein sehr hohes Tempo an der Spitze. Nach einer Halbmarathon-Zwischenzeit von 69:46 Minuten fiel auch bei den Frauen die Entscheidung jenseits der 35-km-Marke. Hier setzte sich die 28-jährige Mamitu Daska entscheidend ab, während Merima Mohammed mit 2:24:32 Stunden noch auf Rang vier zurückfiel. „Es war mein Ziel eine Zeit von etwa 2:20 Stunden oder sogar knapp darunter zu erreichen“, erklärte Mamitu Daska. „Erst nach 40 Kilometern war ich mir sicher, dass ich gewinnen würde.“ Die Äthiopierin hat nach ihrer Frankfurter Leistung nun gute Chancen, für die Olympischen Spiele in London nominiert zu werden.
Für die deutschen Läufer gab es in Frankfurt Licht und Schatten. André Pollmächer (Rhein-Marathon Düsseldorf) scheiterte bei seinem Versuch, die deutsche Olympianorm von 2:12:00 Stunden zu unterbieten und gab das Rennen jenseits der 30-km-Marke auf. Dagegen erreichte Jan Fitschen (TV Wattenscheid) sein Zeitziel am Main. Mit 2:15:40 Stunden steigerte er seine Bestzeit im zweiten Marathon um knapp fünf Minuten und belegte Rang 32 in dem außerordentlich stark besetzten Feld. „Das ist genau der Zeitbereich, den ich mir vorgenommen hatte. Ich bin sehr froh, dass ich nach der Enttäuschung von Düsseldorf nun das umsetzen konnte, was ich kann“, sagte Jan Fitschen.
Bei den Frauen quälte sich Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg) in 2:28:08 Stunden auf Platz neun ins Ziel. Die angestrebte persönliche Bestzeit (2:26:21) verpasste Sabrina Mockenhaupt deutlich, doch das Minimalziel, die Olympia-Norm von 2:30:00, erreichte sie. „Bis Kilometer 35 lief alles super, doch dann kam der Mann mit dem Hammer so richtig. Das war nicht das, was ich erreichen wollte. So schlecht sollte man im Marathon die letzten Kilometer nicht laufen“, erklärte eine enttäuschte Sabrina Mockenhaupt.
Eine persönliche Bestzeit und die Norm für London 2012 lief Susanne Hahn (SV schlau.com Saarbrücken). Bei ihrem Comeback nach einer Babypause war sie nach 2:28:49 Stunden auf Platz elf im Ziel. „Die Norm war das Ziel, und ich wollte die guten Wetterbedingungen nutzen. Ich freue mich sehr, dass es geklappt hat. Ich wusste, dass ich in diesen Zeitbereich laufen kann“, sagte Susanne Hahn.
Text: race-news-service.com
Gebrselassie meldet sich mit Halbmarathon-Sieg in Birmingham zurück
[24.10.2011] - Vier Wochen nach seiner Pleite beim Berlin-Marathon hat sich Haile Gebrselassie zurückgemeldet. Der 38-jährige Äthiopier war in der deutschen Hauptstadt aufgrund von asthmatischen Problemen nach 36 km ausgestiegen und hatte seinen Weltrekord an Patrick Makau (Kenia/2:03:38) verloren. Am Sonntag zeigte Haile Gebrselassie, dass mit ihm weiter zu rechnen ist. In Birmingham gewann er bei teilweise windigen Bedingungen einen Halbmarathon in 61:29 Minuten vor Essa Rashed (Katar/62:28) und Abderrahime Bouramdane (Marokko/63:57).

Haile Gebrselassie, hier beim Berlin-Marathon vor vier Wochen, hat sich in Birmingham mit einem Sieg zurückgemeldet.
Foto: www.photorun.net
Das national besetzte Frauenrennen entschied Gemma Steel in 72:21 für sich. Bei der Premiere des Rennens in Mittelengland verzeichneten die Veranstalter auf Anhieb 15.000 Teilnehmer.
„Manchmal gewinnst du, manchmal reicht es aber auch nicht. So ist das in der Leichtathletik und ich muss beides akzeptieren – Siege oder Niederlagen. Ich habe mich heute gut gefühlt und nach Berlin war es psychologisch gesehen wichtig wieder zu gewinnen“, erklärte Haile Gebrselassie und fügte hinzu: „Dieses Rennen heute hilft mir in meinen Vorbereitungen im Hinblick auf die Olympischen Spiele in London 2012. Natürlich muss ich mich noch qualifizieren. Um einen der drei äthiopischen Startplätze zu sichern, muss ich um 2:05 Stunden laufen – ausschließlich darauf konzentriere ich mich.”
Haile Gebrselassie wird nun voraussichtlich beim Tokio-Marathon am 26. Februar versuchen, die Qualifikation für die Olympischen Spiele zu schaffen. Im Gespräch war allerdings auch der Dubai-Marathon am 27. Januar, der die schnellere Strecke bieten würde.
Text: race-news-service.com
Chebet siegt in Amsterdam, Gelana bricht Streckenrekord
[17.10.2011] - Zum zweiten Mal binnen einer Woche gab es in den Niederlanden einen Marathon, der Weltklasseresultate produzierte. Der Kenianer Wilson Chebet gewann eine Woche nach dem Eindhoven-Marathon in Amsterdam mit 2:05:53 Stunden, während die Äthiopierin Tiki Gelana den größten Erfolg ihrer Karriere errang: Sie siegte mit einem Streckenrekord von 2:22:08 Stunden und ist damit zurzeit gut im Rennen um einen äthiopischen Startplatz bei den Olympischen Spielen in London 2012. Bei fast idealen Wetterbedingungen – trocken, sonnig und kühl – beteiligten sich alle Wettbewerbe zusammengerechnet 35.000 Läufer an der Veranstaltung.

Tiki Gelana überraschte in Amsterdam mit einer Weltklassezeit.
Foto: www.photorun.net
Die Spitzengruppe der Männer schlug von Beginn an ein Tempo ein, das auf einen Streckenrekord deutete. Der Äthiopier Getu Feleke hatte das Rennen vor einem Jahr mit 2:05:44 Stunden gewonnen. Nun wurde die Halbmarathonmarke nach 62:38 Stunden erreicht. Auch an den folgenden Kilometerpunkten waren die afrikanischen Topathleten gut im Zeitplan. Die Entscheidung fiel dann nach 35 km, als sich Wilson Chebet mit einer Tempoverschärfung aus der Spritzengruppe lösen konnte. Der Sieg war ihm nicht mehr zu nehmen, doch jenseits der 40-km-Marke wurde der Kenianer deutlich langsamer und verpasste daher den Kursrekord am Ende noch knapp. Hinter Wilson Chebet (2:05:53) blieben noch fünf seiner Landsleute unter 2:07 Stunden: Debütant Laban Korir lief hochklassige 2:06:05 und Rang drei belegte Eric Ndiema mit nur zwei Sekunden Abstand. Nicholas Manza (2:06:34), Elijah Keitany (2:06:53) und Paul Biwott (2:06:54) liefen auf die Plätze vier bis sechs.
„Ich bekam am Ende Magenprobleme und hatte Schmerzen in den Füßen, daher habe ich die Zeit verloren und den Streckenrekord verpasst“, erklärte der 26-jährige Wilson Chebet, der in diesem Jahr bereits den Rotterdam-Marathon im April in 2:05:27 Stunden gewonnen hatte. Vor einem Jahr war er in Amsterdam sein Debüt über die 42,195 km gelaufen und hatte dabei Platz zwei mit 2:06:12 belegt.
Im Frauenrennen sorgte die erst 23-jährige Tiki Gelana für die große Überraschung des Tages. Vor zwei Jahren war die Äthiopierin ihr Marathondebüt in Dublin gelaufen, nachdem sie zuvor als Bahnläuferin über 10.000 m eine Bestzeit von 31:27,80 Minuten erreicht hatte. In Irland belegte sie 2009 Rang drei in 2:33:49. Im vergangenen Jahr steigerte sich Gelana dann in Los Angeles als Vierte auf 2:28:28. Nachdem sie 2011 bisher kein internationales Rennen gelaufen war, gelang ihr nun in Amsterdam ein Durchbruch.
Mit ihrer Zeit von 2:22:08 Stunden verbesserte Tiki Gelana im Amsterdamer Olympiastadion den neun Jahre alten Streckenrekord ihrer Landsfrau Gete Wami um elf Sekunden, nachdem sie auf den letzten 10 km einen deutlichen Vorsprung herausgelaufen hatte. Eyerusalem Kuma (Äthiopien) belegte mit 2:24:55 Rang zwei vor Lornah Kiplagat. Die aus Kenia stammende Holländerin Kiplagat schaffte mit 2:25:52 die Olympiaqualifikation.
Text: race-news-service.com
Mosop und Shobukhova triumphieren in Chicago
[10.10.2011] - Moses Mosop hat seinen ersten Marathon gewonnen und auch bei seinem zweiten Rennen über die klassischen 42,195 km eine Weltklassezeit erzielt. Der Kenianer triumphierte beim Chicago-Marathon in 2:05:37 Stunden und brach dabei den Streckenrekord seines verstorbenen Landsmannes Sammy Wanjiru um vier Sekunden. Doch überraschend gab es ein nicht minder hochklassiges Resultat im Rennen der Frauen. Bei guten Wetterbedingungen – die befürchteten hohen Temperaturen blieben am Sonntag aus – durchbrach Liliya Shobukhova zum ersten Mal in ihrer Karriere die 2:20-Stunden-Barriere. Die Russin lief in Chicago nach 2:18:20 Stunden ins Ziel, stellte einen Landesrekord auf und wurde zur zweitschnellsten Läufer aller Zeiten hinter Weltrekordlerin Paula Radcliffe (Großbritiannien). Sie erhielt ebenso wie Mosese Mosop eine Siegprämie von 125.000 Dollar, sicherte sich aber zusätzlich noch zum zweiten Mal in Folge den mit einer halben Million Dollar dotierten World Marathon Majors (WMM)-Sieg. In der WMM-Serie 2010-2011 ist Liliya Shobukhova bereits vor dem abschließenden Rennen in New York nicht mehr einzuholen. Mit Moses Mosop und Liliya Shobukhova haben sich in Chicago die Favoriten durchgesetzt.

Moses Mosop brach in Chicago den Kursrekord.
Foto: www.photorun.net
Im Männerrennen wollte Moses Mosop ursprünglich den Weltrekord, den sein Landsmann Patrick Makau vor zwei Wochen beim Berlin-Marathon auf 2:03:38 Stunden verbessert hatte, angreifen. In Boston hatte Mosop im April auf der hügeligen Strecke für Furore gesorgt, als er bei seinem Marathondebüt als Zweiter sensationelle 2:03:06 Stunden gelaufen war (da die Strecke dort nicht die entsprechenden Kriterien erfüllt, können die Zeiten nicht als Rekorde anerkannt werden). Es war das schnellste Debüt aller Zeiten. Nun war man gespannt, was Moses Mosop auf einer vermeintlich schnelleren Strecke in Chicago laufen könnte.
Doch während der Tage vor dem Chicago-Marathon gab es ein kleines Fragezeichen, denn der Läufer berichtete von Achillessehnenproblemen, die ihn während des Sommers zeitweise behindert hatten. Am Sonntag war davon dann nichts zu spüren, doch auf Weltrekordkurs waren die Zwischenzeiten der Spitzengruppe nicht ganz. Dennoch war das Tempo außerordentlich schnell. Nach 29:40 Minuten – eine Zwischenzeit, die auf eine Endzeit von knapp über 2:05 Stunden hindeutet – hatte die Spitzengruppe die 10-km-Marke erreicht.
Acht Läufer plus Tempomacher passierten dann die Halbmarathonmarke in 62:54 Minuten. Ryan Hall (USA) war bald darauf einer der ersten Favoriten, der dem Tempo der Spitzengruppe nicht mehr folgen konnten. Der Amerikaner hatte an der 25-km-Marke rund 15 Sekunden Rückstand und wurde schließlich Fünfter in 2:08:04 Stunden. Auf dem nächsten 5-km-Abschnitt verloren der frühere Chicago-Sieger Evans Cheruiyot, Bernard Kipyego (beide Kenia) und der Äthiopier Bekana Daba den Kontakt zu Wesley Korir (Kenia) und Moses Mosop, die sich nun einen kurzen Zweikampf lieferten. Den 30-km-Punkt passierten die beiden noch in 1:28:46 Stunden, nachdem der letzte Tempomacher bereits zuvor aus dem Rennen gegangen war. Doch kurz darauf setzte sich Moses Mosop ab. Zeitweilig sah es so aus, als könnte er ein Ergebnis im Bereich von 2:04:30 Stunden erreichen, doch alleine laufend schwanden die Kräfte nach 35 km deutlich. Gerade noch so blieb er schließlich unter dem alten Kursrekord. Wesley Korir lief als Zweiter eine persönliche Bestzeit von 2:06:15. Rand drei belegte Bernard Kipyego (2:06:29) vor Bekana Daba (2:07:59). „Gestern war ich mir noch nicht so sicher bezüglich meines Beines“, sagte Moses Mosop und fügte hinzu: „Deswegen bin ich jetzt froh, dass alles gut gelaufen ist.“ Seine Frau, Florence Kiplagat, hatte vor zwei Wochen den Berlin-Marathon gewonnen, war aber nicht mit nach Chicago gereist.

Liliya Shobukhova gewann den Chicago-Marathon mit der viertschnellsten Zeit aller Zeiten.
Foto: www.photorun.net
Im Rennen der Frauen war das Tempo von Beginn an hoch und frühzeitig entwickelte sich ein Dreikampf. Nach 32:44 Minuten hatten Liliya Shobukhova, die Japanerin Kayoko Fukushi und die Marathon-Debütantin Ejegayehu Dibaba die 10-km-Marke erreicht. Die Äthiopierin ist die Schwester der Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba und war selbst bei Olympia 2004 über 10.000 m Zweite. An der Halbmarathonmarke wurden für dieses Trio 69:25 Minuten gestoppt.
Kurz darauf verlor zunächst Fukushi den Kontakt und unmittelbar vor der 25-km-Marke konnte auch Dibaba dem hohen Tempo von Shobukhova nicht mehr folgen. Weitere 5 km später hatte die Russin bereits einen Vorsprung von 46 Sekunden auf die Äthiopierin. Und Shobukhova zeigte auf dem Weg zum dritten Chicago-Sieg in Serie – keinem anderen Athleten gelang bisher in Chicago ein Hattrick – keine Schwäche. Im Gegenteil, sie lief die zweite Hälfte sogar noch etwas schneller als die erste. Nach 2:18:20 war Liliya Shobukhova vor Ejegayehu Dibaba im Ziel, die mit 2:22:09 Stunden ein glänzendes Marathondebüt lief. Dritte wurde Kayoko Fukushi in 2:24:38.
„Das ist ein ganz besonderer Tag für mich“, erklärte Liliya Shobukhova. „Ich bin persönliche Bestzeit gelaufen, unter 2:20 Stunden geblieben und habe mich für Russlands Olympia-Team qualifiziert.“
Die besten Zeiten aller Zeiten
| Männer | ||||
| 2:03:02 | Geoffrey Mutai | KEN | Boston | 18.4.2011* |
| 2:03:06 | Moses Mosop | KEN | Boston | 18.4.2011* |
| 2:03:38 | Patrick Makau | KEN | Berlin | 25.9.2011 |
| 2:03:59 | Haile Gebrselassie | ETH | Berlin | 28.9.2008 |
| 2:04:26 | Haile Gebrselassie | ETH | Berlin | 30.9.2007 |
| 2:04:27 | Duncan Kibet | KEN | Rotterdam | 5.4.2009 |
| 2:04:27 | James Kwambai | KEN | Rotterdam | 5.4.2009 |
| 2:04:40 | Emmanuel Mutai | KEN | London | 17.4.2011 |
| 2:04:48 | Patrick Makau | KEN | Rotterdam | 11.4.2010 |
| 2:04:53 | Haile Gebrselassie | ETH | Dubai | 18.1.2008 |
| 2:04:53 | Gebre Gebremariam | ETH | Boston | 18.4.2011 |
| Frauen | ||||
| 2:15:25 | Paula Radcliffe | GBR | London | 13.4.2003 |
| 2:17:18 | Paula Radcliffe | GBR | Chicago | 13.10.2002 |
| 2:17:42 | Paula Radcliffe | GBR | London | 17.4.2005 |
| 2:18:20 | Liliya Shobukhova | RUS | Chicago | 9.10.2011 |
| 2:18:47 | Catherine Ndereba | KEN | Chicago | 7.10.2001 |
| 2:18:56 | Paula Radcliffe | GBR | London | 14.4.2002 |
| 2:19:12 | Mizuki Noguchi | JPN | Berlin | 25.9.2005 |
| 2:19:19 | Irina Mikitenko | GER | Berlin | 28.9.2008 |
| 2:19:19 | Mary Keitany | KEN | London | 17.4.2011 |
| 2:19:26 | Catherine Ndereba | KEN | Chicago | 13.10.2002 |
* Die Zeiten des Boston-Marathons können nicht offiziell als Weltrekorde beziehungsweise nationale Rekorde anerkannt werden, da die Strecke nicht die entsprechenden Kriterien erfüllt (max. Gefälle von einem Meter pro Kilometer, Start und Ziel dürfen max. 50 % der Gesamtlaufstrecke voneinander entfernt liegen). Das Gefälle auf dem Punkt-zu-Punkt-Kurs von Boston beträgt 139 m.
Text: race-news-service.com
Sabrina Mockenhaupt und Samson Barmao überzeugen in Köln
[04.10.2011] - Auf unterschiedlichen Strecken zeigten Sabrina Mockenhaupt und Samson Barmao die besten Leistungen beim Köln-Marathon, für den alle Wettbewerbe zusammengerechnet über 25.000 Meldungen registriert wurden. Die Läuferin der LG Sieg, die sich auf den Frankfurt-Marathon am 30. Oktober vorbereitet, gewann am Sonntag den Halbmarathon in 70:31 Minuten. Samson Barmao war bei warmen Wetterbedingungen im Marathon nach flotten 2:08:56 Stunden im Ziel.

Sabrina Mockenhaupt gewinnt den Halbmarathon in Köln.
Foto: Köln-Marathon
Im Männerrennen erreichte eine große Spitzengruppe die Halbmarathonmarke nach 64:05 Minuten. In der Folge verkleinerte sich diese deutlich. An der 30-km-Marke (Zwischenzeit: 1:31:18 Stunden) waren noch sechs Läufer an der Spitze. Bis zum 35-km-Punkt hatte sich ein Zweikampf zwischen den Kenianern Amos Mutai und Samson Barmao entwickelt. Cosmas Kigen hatte an dieser Stelle einen Rückstand von zwei Sekunden und verlor zunehmend an Boden. Bald darauf setzte sich Samson Barmao entscheidend ab. Trotz der Wärme stellte der Kenianer in Köln eine persönliche Bestzeit auf und blieb erstmals unter 2:09 Stunden. In 2:08:56 war er schließlich deutlich vor seinen Landsleuten Amos Mutai (2:09:35), Cosmas Kigen (2:09:43) und Kipsang Kipkemboi (2:13:05) im Ziel. Nur um 20 Sekunden verfehlte Barmao den Kölner Kursrekord.
Auch bei den Frauen dominierten die afrikanischen Topläuferinnen im Marathon. Hier ging der Sieg an die Äthiopierin Mekuria Aberume mit 2:32:24 Stunden. Zweiter wurde Kenias Alt-Meisterin Leah Malot in 2:32:55, Rang drei belegte Etalemahu Kidane (Äthiopien/2:34:44). Deutsche Topläufer waren weder bei den Männern noch bei den Frauen am Start.
Beim vorher gestarteten Halbmarathon stand Sabrina Mockenhaupt einmal mehr im Mittelpunkt. Praktisch konkurrenzlos gewann die 30-Jährige das Rennen in 70:31 Minuten, wobei sie die angepeilte Zeit von unter 70 Minuten verpasste und deutlich von ihrer Bestzeit (68:45) entfernt war. Allerdings befindet sich Sabrina Mockenhaupt mitten in der Vorbereitung auf den Frankfurt-Marathon. Platz zwei belegte die Äthiopierin Eleni Gebrehiwot in 72:22 Minuten.
Der Ukrainer Vitaly Rybak war der schnellste Halbmarathonläufer mit 65:26 Minuten. Er gewann vor Daniel Schmitt (Remscheid/66:32). Christian Glatting (TV Wattenscheid) verzichtete kurzfristig auf den Start.
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