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Option für 2012 nicht gezogen - ISTAF bestätigt angekündigten Ausstieg von Sponsor Vattenfall
[28.11.2011] - Der „rbb Sportplatz" berichtete in seiner Sendung vom 27. November 2011 vom Ausstieg des Hauptsponsors Vattenfall Europe AG beim Internationalen Stadionfest Berlin. Die TOP Sportmarketing Berlin GmbH, seit 2010 Inhaber der ISTAF-Markenrechte, bestätigt den Bericht. Ein „Aus" des ältesten und zuschauerstärksten Leichtathletik-Meetings der Welt befürchtet der Veranstalter anders als der rbb aber nicht.
ISTAF-Geschäftsführer Martin Seeber: „Die Vattenfall AG hat mit uns im Jahr 2010 einen Vertrag über zwei Jahre plus Option für ein weiteres Jahr geschlossen. Diese Option für eine Fortführung des Engagements bis Ende 2012 wurde nicht gezogen. Wir bedauern diesen Entschluss außerordentlich, sind aber weiterhin im Gespräch mit Vattenfall aber auch mit anderen Sponsoren." Seeber hebt ganz besonders die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Sponsor hervor, für die er sich ausdrücklich bedankt: „Wir haben auf Arbeitsebene viele tolle Ideen mit den Verantwortlichen entwickelt und umgesetzt. Dazu zählt beispielsweise der Vattenfall Allstars-Fanblock, in dem die Zuschauer in diesem Jahr hautnah die Stars der Leichtathletik-WM und viele ehemalige Top-Athleten treffen konnten", so Seeber.
In die Zeit der erfolgreichen Zusammenarbeit mit Vattenfall fällt unter anderem der erste seit 21 Jahren beim ISTAF aufgestellte Weltrekord in einer olympischen Disziplin: David Rudisha rannte am 22. August 2010 über 800 Meter in neuer Bestzeit von 1:41,09 min zum Sieg. Zudem gab es im Zeitraum des Vattenfall-Sponsorings zwei Weltjahresbestzeiten, fünf Meetingrekorde und grandiose Zuschauerzahlen sowohl im Stadion (über 100.000 in zwei Jahren) als auch vor den TV-Geräten (allein in Deutschland mehr als zwei Millionen).
Wolf-Dieter Wolf, Vize-Präsident für Wirtschaftskontakte im Landessportbund Berlin, der über die TOP Sportmarketing am ISTAF beteiligt ist: „Die Ankündigung von Vattenfall bedeutet zum jetzigen Zeitpunkt, dass dem ISTAF der größte Einzelsponsor verloren geht. Zweitgrößter ist das Land Berlin, das diesen Verlust nicht ausgleichen kann. Wir haben aber die Politik an unserer Seite, denn Berlin bewirbt sich bekanntlich um die Ausrichtung der Leichtathletik-EM 2018."
Der scheidende Berliner Sportstaatsekretär Thomas Härtel bestätigt: „Wir werden im Hinblick auf die Bewerbung um die Europameisterschaften 2018 alles tun, um einen gleichwertigen Sponsor zu finden."
ISTAF-Meeting Direktor und Präsident des Berliner Leichtathletik-Verbandes Gerhard Janetzky: „Das vertragsgemäße Ausscheiden des Hauptsponsors ist ja nicht das Ende eines über 90 Jahre alten Meetings. Das zuschauerstärkste Eintagesmeeting der Welt, das ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zu einer erfolgreichen Europameisterschaftsbewerbung Berlins in 2018 ist, wird von allen Sportlern, Athletenmanagern und Funktionären sowie vom Weltverband und dem deutschen Fernsehen auch weiterhin unterstützt."
Dafür spricht auch der Vorverkauf für die 71. ISTAF-Auflage am 2. September 2012. Ab 1. Dezember 2011 gibt es Tickets für das ISTAF 2012 zu kaufen. Geschäftsführer Martin Seeber hofft für das kommende Jahr auf die Anziehungskraft der Olympiasieger 2012: „Wir wollen so viele Medaillengewinner von London wie möglich zeigen und natürlich alle erfolgreichen deutschen Athleten. Dann können wir hoffentlich auch die Zuschauerzahl von diesem Jahr steigern. 52.000 Zuschauer plus X sind unser Ziel."
Claus Frömming
Head of Communications
Hanns-Braun-Straße - Friesenhaus I
14 053 Berlin
Phone: +49 30 30 111 86 13
Über das ISTAF
Das Internationale Stadionfest Berlin (ISTAF) ist das traditionsreichste und berühmteste deutsche Leichtathletik-Meeting und eine der beliebtesten und erfolgreichsten Sportgroßveranstaltungen Deutschlands. Am 3. Juli 1921 fand im Grunewaldstadion vor 20.000 Zuschauern erstmalig ein Stadionfest statt. Als Veranstalter fanden sich damals die Berliner Sportvereine BSC, SCC und der Schwimm Club Poseidon zusammen. Das ISTAF in seiner heute bekannten Form wurde am 23. März 1937 geboren, als der Berliner Sport-Club (BSC), der Deutsche Sport-Club (DSC, später OSC) und der Sport-Club Charlottenburg (SCC) beschlossen, künftig internationale Sportfeste unter der Bezeichnung Internationales Stadionfest gemeinsam zu veranstalten.
Am 1. August 1937 begann dann mit dem Schwung der vorangegangenen Olympischen Spiele von Berlin die glanzvolle Geschichte des ISTAF. Über zwei Millionen Besucher wurden seit 1937 an den Stadiontoren gezählt. Am 2. September 2012 findet bereits das 71. Internationale Stadionfest statt.
Weitere Informationen zum ISTAF erhalten Sie unter www.istaf.de
Quelle: www.germanroadraces.de
Weltklassezeiten in Neu-Delhi
[28.11.2011] - Zu einem der hochklassigsten Halbmarathonrennen der Welt hat sich der Lauf in Neu-Delhi entwickelt. In der indischen Hauptstadt wurden am Sonntag bei guten Wetterbedingungen reihenweise Weltklassezeiten gestoppt. Erst im Endspurt fiel dabei sowohl bei den Männern als auch den Frauen die Entscheidung um den Sieg. Der Äthiopier Lelisa Desisa gewann in 59:30 Minuten während Lucy Wangui Kabuu sich in 67:04 durchsetzte.

Lelisa Desisa gewann am Sonntag den Halbmarathon in Neu-Delhi.
Foto: www.photorun.net
Im Männerrennen hatte der zweifache Sieger des Laufes, Deriba Merga (Äthiopien/2008 und 2009), Pech, weil er verletzungsbedingt aufgeben musste. In der entscheidenden Phase rannten dann Lelisa Desisa und der Kenianer Geoffrey Kipsang Schulter an Schulter. Auf den letzten 100 Metern gab es zwischen den beiden Afrikaner einen spannenden Spurt im Kampf um den Sieg und die damit verbundene Prämie von 25.000 US-Dollar. Schließlich setzte sich Desisa mit nur einer Sekunde Vorsprung vor Kipsang in 59:30 Minuten durch. Das ist die fünftschnellste Halbmarathonzeit weltweit in diesem Jahr. Für Lelisa Desisa war es eine besondere Genugtuung, in Neu-Delhi dieses Mal gewonnen zu haben, denn vor einem Jahr war er mit einer Sekunde Rückstand noch Zweiter.
Hinter Desisa und Kipsang blieb auch der drittplatzierte Mike Kigen (Kenia) mit 59:58 noch unter der Stunden-Marke. Vierter wurde Sammy Kitwara (60:09), Rang fünf belegte Philemon Limo (beide Kenia/60:32). Insgesamt acht Läufer erzielten Zeiten unter 61 Minuten – damit gehört das Rennen qualitativ zu den besten Halbmarathonläufen der Welt. Nur in Den Haag gab es in diesem Jahr mehr Ergebnisse unter 60 Minuten (5 Läufer).
Noch besser waren allerdings die Ergebnisse der Frauen in Indien: Hier erzielte Siegerin Lucy Wangui Kabuu, die im September bereits den größten Halbmarathon der Welt in Newcastle (England) gewonnen hatte, mit einer Steigerung auf 67:04 Minuten die zweitbeste Zeit des Jahres. Schneller lief 2011 lediglich ihre kenianische Landsfrau Mary Keitany bei ihrem Weltrekord (65:50 Minuten).
Lucy Wangui Kabuu, die bei Olympia 2008 Platz sieben im 10.000-m-Finale belegt hatte, setzte sich im Spurt am Ende souverän gegen ihre Landsfrau Sharon Cherop durch. Mit 67:04 hatte sie vier Sekunden Vorsprung. Auch Vorjahressiegerin Aselefech Mergia (67:21) und Belaynesh Oljira (beide Äthiopien/67:27) blieben noch unter 68 Minuten. Insgesamt neun Läuferinnen erreichten das Ziel unter 70 Minuten. In dieser Hinsicht ist das Rennen in Neu-Delhi in diesem Jahr die Nummer eins weltweit.
Text: race-news-service.com
Olympiasiegerin Noguchi Fünfte in Nijmegen, Gebrselassie gewinnt über die sieben Hügel
[21.11.2011] - Zum ersten Mal seit ihrem Sieg beim Berlin-Marathon 2005 ist Mizuki Noguchi wieder bei einem Rennen in Europa an den Start gegangen. Die japanische Marathon-Olympiasiegerin von Athen 2004, die vor sechs Jahren in Berlin den noch immer gültigen Streckenrekord von 2:19:12 Stunden aufgestellt hatte, kommt damit zumindest räumlich ihrem Ziel, dem Olympiastart in London 2012, näher. Am Sonntag belegte die 33-Jährige beim Siebenhügellauf im holländischen Nijmegen Rang fünf. Über die 15-km-Strecke war sie nach 50:25 Minuten im Ziel.

Mizuki Noguchi, hier bei ihrem Sieg in Berlin 2005, startete zum ersten Mal seit jenem Rennen wieder in Europa.
Foto: www.photorun.net
Auf den letzten fünf Kilometern hatte Mizuki Noguchi Probleme, so dass sie von Platz zwei noch auf Rang fünf zurückfiel. Die Japanerin, die nach einer Kette von Verletzungen lange Zeit keine Wettkämpfe bestreiten konnte und deswegen auch die Qualifikation für Olympia in Peking 2008 verpasst hatte, will sich Ende Januar beim Osaka-Marathon für London qualifizieren. Sie wollte unmittelbar nach dem Rennen in Nijmegen wieder ins Höhentrainingslager nach Colorado (USA) zurückkehren. Die Marathon-Spezialistin Noguchi, die über kürzere Strecken auch in der Vergangenheit keine großen Erfolge erreichte, wird in Osaka die schnellste Japanerin sein müssen und zudem eine möglichst gute Zeit unter 2:25 Stunden laufen müssen, um sich das Olympia-Ticket zu sichern.
Zu einem souveränen Sieg lief in Nijmegen Waganesh Mekasha. Die Äthiopierin war nach 48:33 Minuten vor den Japanerinnen Aki Odagiri (49:42), Ayame Takagi (49:44) und Erika Ikeda (50:07) im Ziel.
Bei den Männern setzte sich Haile Gebrselassie in seinem zweiten Rennen nach seinem Ausstieg beim Berlin-Marathon Ende September durch. Der ehemalige Marathon-Weltrekordler aus Äthiopien, der vor vier Wochen einen Halbmarathon in Birmingham gewonnen hatte, lief die 15 km in flotten 42:44 Minuten. Mit deutlichem Abstand kamen Vincent Kipruto (Kenia/43:15) und Samson Gezahai (Eritrea/43:56) ins Ziel.
Text: race-news-service.com
"CHAMPIONS 2011 - Berlins Sportler des Jahres" – schon über 12.000 Berliner gaben ihre Stimme ab
[14.11.2011] - Die Berliner Sportlerwahl des Jahres 2011 befindet sich auf Rekordkurs! Schon mehr als 12.000 Berlinerinnen und Berliner haben bei der 33. Auflage seit 1979 für ihre Favoriten gestimmt. Das sind bei Halbzeit des Wahlzeitraums schon mehr als zur selben Zeit im Vorjahr. 2010 waren am Ende insgesamt 23.218 Stimmen abgegeben worden. Die Veranstalter liebäugeln für dieses Jahr inzwischen mit der 25.000-Teilnehmer-Marke.

Rekordbeteiligung bei der Sportlerwahl des Jahres 2011
Die Wahl 2011 läuft noch eine ganze Woche und auf vielen Kanälen wird sie von den Medienpartnern beworben. Bis 22. November 2011 kann auch noch unter www.champions-berlin.de für die Kandidaten in den vier Kategorien gestimmt werden. Außerdem nehmen die Berliner Lottoannahmestellen und die Filialen von Getränke Hoffmann Stimmzettel entgegen. Zu gewinnen gibt es wertvolle Preise, unter anderem eine VIP-Reise für zwei Personen zum CHAMPIONS CLUB bei den Olympischen Spielen 2012 in London oder ein Trip zur Fußball-Europameisterschaft nach Polen und in die Ukraine!
Am 3. Dezember 2011 findet im Estrel Convention Center die große Preisverleihung an die Stars statt. Zu der festlichen Gala mit 2500 Zuschauern haben schon zahlreiche Prominente zugesagt. Darunter Stars wie Wimbledon-Halbfinalistin Sabine Lisicki, Fünf-Kämpferin Lena Schöneborn, Diskus-Weltmeister Robert Harting und Wasserspringer Patrick Hausding. Für die Gala ist noch ein begrenztes Kartenkontingent erhältlich. Tickets gibt es für 109 Euro unter Tel 030/30 111 86 11 oder online unter www.wirbewegenberlin.com/tickets.
Weitere Infos unter www.champions-berlin.de
Text: TOP Sportmarketing Berlin GmbH
Abdelkerim Boubker besiegt die Kenianer und das Wetter in Athen
[14.11.2011] - Kenias Marathonläufer sind doch noch schlagbar: Einen marokkanischen Sieger gab es am Sonntag beim Athens Classic Marathon. Abdelkerim Boubker ließ die kenianischen Favoriten hinter sich und triumphierte im Panathinaikon-Stadion der griechischen Hauptstadt mit 2:11:40 Stunden. Damit verbesserte der 30-Jährige den Veranstaltungsrekord um genau eine Minute. Der Streckenrekord, den Italiens Marathon-Olympiasieger Stefano Baldini bei den Spielen in Athen 2004 aufgestellt hatte, steht bei 2:10:55 Stunden. Rund 8.500 Marathonläufer gingen am Sonntag an den Start.

Der Marokkaner Abdelkerim Boubker gewinnt den Athen-Marathon.
Foto: www.photorun.net
Auf einer der schwersten Marathonstrecken weltweit musste sich Abdelkerim Boubker dabei nicht nur gegen die kenianische Konkurrenz sondern auch gegen überraschende Wetterbedingungen durchsetzen. Zwar gab es phasenweise einen Rückenwind auf den 42,195 km von Marathon nach Athen, jedoch drehte der Wind zeitweilig bei Temperaturen von knapp zehn Grad Celsius und Niederschlag. Dennoch erzielte der Marokkaner in seinem zweiten Marathon eine persönliche Bestzeit.
Nachdem der Vorjahressieger Raymond Bett Pläne für eine schnellere Zeit im Bereich von unter 2:11 Stunden frühzeitig aufgegeben hatte, hängte sich der Kenianer an die sechsköpfige Spitzengruppe. Überraschend war es dann Raymond Bett, der nach rund 23 km als Erster den Kontakt verlor und später, wie etliche weitere Topathleten, das Rennen vorzeitig beendete. Die Vorentscheidung fiel dann nach 31 km. Als es Richtung Athen bergab ging, erhöhte Abdelkerim Boubker das Tempo und riss damit die Spitzengruppe auseinander. Einzig der Kenianer Sammy Chumba konnte noch eine zeitlang mithalten. Am Ende hatte aber auch er einen deutlichen Rückstand. Chumba wurde in 2:13:27 Stunden Zweiter vor dem Äthiopier Daniel Gatheru (2:16:12). Die folgenden Plätze belegten die beiden Ukrainer Andriy Naumov (2:17:32) und Andrii Toptun (2:18:12).
„Das ist der größte Sieg meiner Karriere. Ich habe mich durchweg gut gefühlt und gewann an Zuversicht während des Rennens. Ich hatte mich speziell auf diese Strecke vorbereitet. Hier in diesem Stadion zu gewinnen, ist phantastisch und ich bin sehr stolz“, erklärte Abdelkerim Boubker, der bereits sein Marathon-Debüt im holländischen Leiden gewonnen hatte. Der aus Casablanca stammende Läufer will nun schon Ende Januar in Marrakesch sein nächstes Rennen über die 42,195 km laufen.
Bei den Frauen entwickelte sich ein Zweikampf zwischen der Äthiopierin Elfneshe Melkamu und Kamila Khanipova (Ukraine). Erst 250 Meter vor dem Ziel fiel die Entscheidung, als sich Melkamu mit einem Sprint von der Ukrainerin lösen konnte und das Ziel dann in 2:35:25 erreichte. Mit sechs Sekunden Rückstand wurde Khanipova Zweite. Rang drei belegte Amira Benamor (Tunesien) mit 2:42:15.
Text: race-news-service.com
Geoffrey Mutai pulverisiert - Kursrekord beim New York-Marathon
[07.11.2011] - Geoffrey Mutai hat bewiesen, dass auch auf der welligen Strecke des New York-Marathons Weltklassezeiten möglich sind: Der Kenianer gewann das Spektakel am Sonntag in 2:05:06 Stunden und verbesserte damit den zehn Jahre alten Kursrekord gleich um 2:37 Minuten. Zweiter wurde der nicht mit dem Sieger verwandte Emmanuel Mutai (Kenia/2:06:28), Rang drei belegte Tsegaye Kebede (Äthiopien/2:07:13). Bei sehr guten Witterungsbedingungen – Temperaturen von knapp 10 Grad Celsius zur Startzeit, Sonne und praktisch kein Wind – setzte sich bei den Frauen überraschend die Äthiopierin Firehiwot Dado mit 2:23:15 durch. Die große Favoritin, Mary Keitany (Kenia), musste ihrem übertriebenen Anfangstempo Tribut zollen und brach am Ende ein. Hinter Bizunesh Deba (Äthiopien/2:23:19) wurde Keitany Dritte mit 2:23:38. Rund 45.000 Läufer gingen bei der 42. Auflage des New York-Marathons an den Start.

Geoffrey Mutai läuft auch in New York einen sensationellen Streckenrekord.
Foto: www.photorun.net
Dass Geoffrey Mutai schnell laufen kann, hatte er in der Vergangenheit schon mehrfach bewiesen. 2010 steigerte er sich in Rotterdam zunächst auf 2:04:55 Stunden, dann lief er in Berlin 2:05:10 – beide Male wurde er jeweils von seinem Landsmann Patrick Makau knapp auf Platz zwei verwiesen. Dann triumphierte der inzwischen 30-Jährige im April auf der hügeligen Strecke von Boston mit 2:03:02. Es ist die schnellste Zeit aller Zeiten, jedoch kann das Ergebnis nicht als Weltrekord anerkannt werden, da die abfallende Bostoner Punkt-zu-Punkt nicht die für Rekorde nötigen Kriterien erfüllt. Der Rückenwind hat an jenem Tag im April sicherlich auch geholfen, jedoch war es trotzdem eine Sensation, dass auf einer schweren Strecke wie in Boston derartige Zeiten möglich sind. Nun hat Geoffrey Mutai in New York seine Leistung aus dem April bestätigt.
Die Boston-Resultate eingeschlossen, ist das New Yorker Ergebnis die achtschnellste Zeit des Jahres. Und New Yorks neuer Kursrekord ist plötzlich schneller als der auf der flachen Strecke von Chicago. Nur noch sechs Rennen haben einen besseren Kursrekord als New York: Boston, Berlin, Frankfurt, Rotterdam, London und Dubai.
Ohne Tempomacher erreichte die zehnköpfige Spitzengruppe die Halbmarathonmarke nach 63:17 Minuten. In der Folge wurde es etwas schneller und die ersten Läufer konnten das Tempo nicht mehr halten. Sieben Läufer erreichten dann den 30-km-Punkt nach 1:29:45 Stunden: Geoffrey und Emmanuel Mutai, der Debütant Matthew Kisorio (alle Kenia), der Titelverteidiger Gebre Gebremariam, Tsegaye Kebede (beide Äthiopien), Jaouad Gharib (Marokko) und der einzige nicht-afrikanische Läufer Meb Keflezighi (USA). Doch diese Gruppe blieb nur noch kurze Zeit zusammen. Denn etwa zehn Kilometer vor dem Ziel machte Geoffrey Mutai ernst, nachdem er sich zuvor zurückgehalten hatte: Der Boston-Sieger zog das Tempo deutlich an und riss damit die Gruppe auseinander. Zunächst konnten Kebede, Gebremariam und Emmanuel Mutai noch mithalten, doch dann setzte sich Geoffrey Mutai entscheidend ab. An der 40-km-Marke (1:58:42) hatte er bereits einen Vorsprung von 55 Sekunden auf seinen Namensvetter und Kebede, die um Platz zwei kämpften. Auch im sehr welligen Central Park zeigte Geoffrey Mutai auf den letzten Kilometern keine Schwäche.
Hinter dem Sieger Mutai (2:05:06), Emmanuel Mutai (2:06:28) und Kebede (2:07:13) belegten Gebremariam (2:08:00), Gharib (2:08:27) und Keflezighi (2:09:13) die nächsten Plätze. Der US-Amerikaner riskierte mit seinem Start in New York viel. Denn bereits in Houston finden am 14. Januar die US-Olympia-Ausscheidungen im Marathon statt. Nur die ersten drei qualifizieren sich dort für London 2012. Meb Keflezighi bleibt eigentlich zu wenig Zeit, um bis Houston wieder in Form zu kommen. Um die Qualifikation braucht sich dagegen Viktor Röthlin keine Sorgen zu machen. Der Schweizer Marathon-Europameister belegte in New York Rang elf in 2:12:26 Stunden.
„Auch wenn ich gewonnen habe, war das nicht leicht“, erklärte Geoffrey Mutai und fügte hinzu: „Ich wollte nicht an einem bestimmten Punkt die Führung übernehmen, ich bin einfach nur mein Tempo gelaufen.“ Zum ersten Mal seit zehn Jahren gab es in New York wieder einen Kursrekord bei den Männern. 2001 hatte der Äthiopier Tesfaye Jifar in 2:07:43 Stunden gewonnen. Für seine Leistung erhielt Geoffrey Mutai neben der Siegprämie von 130.000 Dollar einen Bonus von weiteren 70.000 Dollar.
Eine noch deutlich höhere Prämie sicherte sich allerdings der zweitplatzierte Emmanuel Mutai. Der Kenianer wurde in New York zum neuen Gewinner der World Marathon Majors (WMM)-Serie 2010-2011. Während bei den Frauen die Russin Liliya Shobukhova bereits vor ihrem Sieg in Chicago als Siegerin feststand, waren vor dem New York-Marathon noch vier Athleten im Rennen um die Prämie von einer halben Million Dollar. Für den London-Marathon-Sieger Emmanuel Mutai war es auf den letzten Kilometern entscheidend, dass er Tsegaye Kebede hinter sich lassen konnte. Wenn der Äthiopier ihn überholt hätte, dann hätte Geoffrey Mutai nicht nur das Rennen sondern auch noch die WMM-Serie gewonnen.

Firehiwot Dado überrascht in New York.
Foto: www.photorun.net
Mangelnde Erfahrung im Marathon kostete Mary Keitany den Sieg in New York. Die kenianische Weltrekordlerin über die Halbmarathon- und 25-km-Distanz lief am Sonntag ihr drittes Rennen über die 42,195 km. New York scheint dabei nicht ihr Pflaster zu sein. Vor einem Jahr war sie bei ihrem Debüt in Big Apple als Dritte in 2:29:01 Stunden klar unter ihren Möglichkeiten geblieben. Im April zeigte sie dann in London ihr Potenzial und gewann in 2:19:19 Stunden. Noch schneller wollte sie nun auf der schwereren New Yorker Strecke laufen. Mit Zwischenzeiten, die zum Teil sogar in den Bereich von Paula Radcliffes Weltrekord (2:15:25) gingen, überraschte sie die Konkurrenz und die Beobachter. Kilometer 10 passierte Mary Keitany nach 31:54 Minuten, den 15-km-Punkt erreichte sie in 47:59 und die Halbmarathonmarke nach 67:56. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie einen Vorsprung von 2:17 Minuten auf eine vierköpfige Verfolgergruppe mit den Äthiopierinnen Firehiwot Dado, Bizunesh Deba und Worknesh Kidane sowie der Boston-Marathon-Siegerin Caroline Kilel (Kenia). Auch diese Gruppe lief mit einer Zwischenzeit von 70:13 Minuten ein sehr hohes Tempo.
Nach einer Weltklasse-Zwischenzeit über 25 km (1:21:38) wurde Mary Keitany langsamer und der Vorsprung begann jenseits der 30 km-Marke (1:38:57) dramatisch zu schmelzen. Für den folgenden 5-km-Abschnitt benötigte die Kenianerin gut 18 Minuten – damit lief sie plötzlich nur noch ein 2:32-Stunden-Tempo. Kurz vor der 40-km-Marke schlossen Firehiwot Dado und Bizunesh Deba zu Mary Keitany auf. Kurzzeitig versuchte die Kenianerin noch gegenzuhalten, doch einen Kilometer vor dem Ziel zog Dado davon. Nun war Mary Keitany endgültig geschlagen. Auch im Kampf um Platz zwei hatte sie keine Chance.
Hinter Firehiwot Dado, die mit 2:23:15 den acht Jahre alten Streckenrekord von Margaret Okayo (Kenia/2:22:31) letztlich nicht gefährden konnte, Bizunesh Deba (2:23:19) und Mary Keitany (2:23:38) belegten Ana Dulce Felix (Portugal/2:25:40), Kim Smith (Neuseeland/2:25:46) und Caroline Kilel (2:25:57) die nächsten Plätze.
„Es war ein hartes Rennen mit einem für mich überraschenden Ausgang. Aber natürlich bin ich sehr froh“, erklärte die 27-jährige Äthiopierin, die in New York den größten Sieg ihrer Karriere feierte und insgesamt 170.000 Dollar verdiente. Firehiwot Dado hatte in den Jahren 2009 bis 2011 dreimal in Folge den Rom-Marathon gewonnen und ihre persönliche Bestzeit dabei in diesem Frühjahr auf 2:24:13 gesteigert.
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